
Die WIRTSCHAFTSWOCHE meint:
"Das hat mit drei Dingen zu tun. Warken hat als erste in der schwarz-roten Koalition ein wichtiges wie unpopuläres Spargesetz durchbekommen. Warken war außerdem immer loyal dem Bundeskanzler gegenüber. Und zum Dritten ist Warken seit vorigem Jahr Chefin der Frauen-Union, die in der CDU die 155.000 Frauen unter den Mitgliedern vereint. Und diese Frauen taten zuletzt immer deutlicher ihren Unmut kund, dass die ganzen 'Boy Groups' um den Kanzler und Parteichef Merz herum zu einseitig und teilweise blind gegenüber anderen Lebenslagen agierten."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE führt aus:
"An Warkens Stelle übernimmt mit Carsten Linnemann ein Mann ohne Regierungserfahrung, der sich aber wie kein anderer Einsparungen beim Sozialstaat auf die Fahnen geschrieben hat. Einer, der sich wohl kaum damit zufrieden geben wird, die Reformen seiner Vorgängerin zu verwalten. Aber auch einer, der sich erst noch beweisen muss".
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU blickt auf das Atomabkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien und kritisiert:
"Damit provoziert die US-Regierung nicht nur ein atomares Wettrüsten, sondern torpediert auch die eigenen Verhandlungen mit dem Iran. Denn Trump hat die Nuklearvereinbarung kaum an Bedingungen geknüpft. So soll es keine Kontrollen geben – etwa von der Internationalen Atomenergiebehörde."
"Die Gefahren liegen auf der Hand", meint auch die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus:
"Nicht nur der mit den Saudis um die Vorherrschaft konkurrierende Iran könnte noch intensiver als bisher versuchen, die Reste seines Atomprogramms zu retten oder wieder auszubauen. Auch andere Staaten dürften sich bemüßigt fühlen nachzuziehen. Für Israel könnte eine solche Situation sogar existenzbedrohend werden. Man muss bei allen Teufeln, die in dieser Frage an die Wand gemalt werden, allerdings auch sehen, dass bereits Dutzende Staaten weltweit die Atomkraft friedlich nutzen, ohne gleich an einer Atombombe herumzuschrauben."
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN bezweifeln, dass Riad die Kernenergie ausschließlich für die zivile Nutzung ausbauen will:
"Wenn Saudi-Arabien argumentiert, aus Sorge um seine Energiesicherheit ein Atomprogramm zu benötigen, ist das in etwa so, als würde die Schweiz händeringend nach Käse-Bezugsquellen suchen. Es gibt wohl kaum Länder, die ähnlich energieautark sind, wie der Golfstaat. Die Doppelagenda liegt also offen zutage: die Saudis streben nicht nach Energie, sondern Atom-Technologie."
