
"Terrorismus soll verunsichern, wütend machen, freie Gesellschaften ins Autoritäre treiben, kommentiert die RHEINZEITUNG aus Koblenz und stellt fest: "Absolute Sicherheit gibt es nicht - es darf aber nicht normal werden, dass bekannte Gefährder durchs Raster fallen. Sonst schrumpft das Vertrauen in Institutionen weiter. Genau darauf setzen Extremisten."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG mahnt: "Niemand sollte den verführerischen Behauptungen glauben, die auf der ganz rechten Seite des politischen Spektrums verbreitet werden, dass es ein einfaches Mittel dagegen gäbe. Das, was propagiert wird, die erzwungene 'Remigration' der muslimischen Einwanderer, ist jedenfalls nicht eines, mit dem unsere offene Gesellschaft gerettet würde, im Gegenteil. Die muss sich durch Zusammenstehen behaupten: im Zorn, in der Trauer, im Trotz."
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg notiert: "Die Lage ist komplexer, als dass man meinen könnte, hier sei nur jemand nicht rechtzeitig abgeschoben worden. Diese Komplexität darf nicht zur Untätigkeit führen."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER hält fest: "Nach rechtsextremen Anschlägen gehen Hunderttausende auf die Straße – völlig zu Recht. Doch warum bleibt die öffentliche Reaktion oft leiser, wenn Islamisten morden? Unsere gemeinsamen Werte gelten immer und für alle. Oder irgendwann gar nicht mehr."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN fragen: "Was kann helfen? Nur eine breite Front an Maßnahmen: gründlichere Überwachung bereits auffällig gewordener Menschen mit radikaler Gesinnung; härtere Strafen; rasche Abschiebungen, soweit es sich um nichtdeutsche Staatsbürger handelt; Programme zur Deradikalisierung; mehr Bildungsangebote und damit Aufstiegschancen für Jugendliche aus schwierigen Milieus; laufende Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, auch durch Kameraüberwachung."
DIE TAGESZEITUNG - TAZ - stellt heraus: "Zufällig sind es genau die Parteien, die jetzt nach mehr staatlichen Befugnissen rufen, die Fördergelder für queere Vereine, Hilfsprojekte und Kulturangebote kürzen. Umso unglaubwürdiger, dass es ihnen wirklich um Schutz und Wohlbefinden queerer Menschen geht. Die meisten im Spektrum von LGBTQ+ wissen: Wenn wir nicht auf uns selbst aufpassen, dann tut es niemand. Auch nicht der aufgerüstete Sicherheitsapparat."
Die personelle Neuausrichtung in der Bundesregierung beschäftigt die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg: "Bundeskanzler Friedrich Merz stolpert ausgerechnet über eine vergleichsweise einfache Aufgabe wie eine Regierungsumbildung. Die Regierung hat durchaus Erfolge vorzuweisen. Doch das Sommertheater überlagert die Sachpolitik. Das ist gefährlich, denn die großen Herausforderungen stehen erst bevor."
