03. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Debatte über die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren hält an.

    Bundeskanzler Friedrich Merz schaut ernst. Er trägt ein schwarzes Jackett, weißes Hemd und blaue Krawatte.
    Bundeskanzler Merz steht wegen der Debatte um die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren unter Druck. (picture alliance / AP Photo / Markus Schreiber)
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg bemerkt:
    "Die Führung der Bundes-CDU ist alarmiert: Die Kanzler-Kapriolen beim Regierungsumbau sind noch nicht verwunden, da drohen die Provinzfürsten die Rentenreform zu sprengen. Die SPD steht daneben und staunt. Die Rente mit 63 schien erledigt. Nun könnte sie durch die Hintertür wiederbelebt werden - ausgerechnet von der Union."
    Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN gehen auf die Haltung der SPD ein:
    "Dass nun die SPD das Einknicken der Ost-CDU begrüßt und ebenfalls den Erhalt der von ihr erfundenen Rente mit 63 ins Auge fasst, ist symptomatisch für den Wankelmut der Partei. So gefährdet die Koalition ihr wichtigstes Reformprojekt und den letzten Rest an Vertrauen."
    "Rettet die Rentenreform!" titelt DER TAGESSPIEGEL aus Berlin und schreibt:
    "Bärbel Bas demonstriert in diesen Tagen das Unglück ihrer Doppelrolle. Als Arbeitsministerin warnt sie vor Rosinenpickerei, als SPD-Chefin zeigt sie sich offen für die Rosinenpickerei der CDU-Ministerpräsidenten. Das ist wenig überzeugend. Nun steht Bundeskanzler Merz auch noch wegen seines wichtigsten Reformprojektes unter Druck. Die Rente nicht zu reformieren, wäre am Ende die teuerste und schlechteste aller Möglichkeiten."
    Auch aus Sicht der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG würde ein Scheitern der Reform alles nur schlechter machen:
    "Für die Beschäftigten, für die Unternehmen, für die Rentner, auch in Ostdeutschland. Es wäre eine weitere Reform, die im Streit untergeht. Davon aber haben die Wähler seit Jahren genug. Ein Scheitern dieser Reform wird sie nicht in die politische Mitte zurückholen. Im Gegenteil."
    Das HANDELSBLATT unterstreicht:
    "Will der Kanzler seine Autorität bewahren, muss er den Widerstand brechen. Denn wenn die Koalition das Gesamtpaket an dieser Stelle aufschnürt, fällt es auseinander wie ein schlechtes Soufflé. Dann nämlich ist abzusehen, dass auch andere Bestandteile der Reform attackiert werden."
    Nach dem Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta heißt es im Magazin Cicero zur Migrationspolitik der EU:
    "Selbst wenn ein Großteil der Migranten Ceuta wieder verlassen hat, ist deshalb nicht alles wieder gut. Die Europäische Union hat einmal mehr bewiesen, dass sie einer originären Aufgabe nicht gerecht wird, dem Außengrenzschutz. Und nicht nur die Menschen der spanischen 80.000-Seelen-Exklave dürften das Vertrauen in den EU-Grenzschutz jetzt endgültig verloren haben."
    Und DIE GLOCKE aus Oelde betont:
    "Ganz gleich, was tatsächlich zur aktuellen Zuspitzung führte: Solange die Lebensumstände in Europa überwiegend so viel besser sind als in weiten Teilen Afrikas, solange werden Menschen versuchen, auf welche Weise auch immer hierher zu kommen. Noch sehr lange also."