04. August 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Mit dem Migranten-Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta beschäftigten sich nach der heutigen EU-Krisensitzung nochmal zahlreiche Kommentare - so auch einer der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:

    Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez steht hinter einem Rednerpult.
    Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez steht nach den Vorgängen in Ceuta innerhalb der EU in der Kritik. Dies ist ein Thema in der Presseschau. (picture alliance / NurPhoto / David Canales)
    "Die Kritiker Spaniens in der EU, und das sind immerhin 22 von 27 Mitgliedstaaten, haben durchaus anerkannt, dass allem Anschein nach ein spanisches Gerichtsurteil der Auslöser war für den jüngsten Massenansturm auf Ceuta. Die Regierung Sánchez ist nicht verantwortlich dafür, wenn das Urteil in den sozialen Netzwerken instrumentalisiert wird, von wem auch immer. Aber der Punkt, auf den so viele Regierungen hingewiesen haben, von der italienischen bis zur deutschen, ist relevant. Spanien hat durch die Massenlegalisierung das Signal ausgesandt, dass eine illegale Einreise in die EU mit etwas Glück in einen legalen Aufenthalt münden kann."
    Anderer Meinung ist der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:
    "Die Flüchtlingsmassen, die schwimmend Ceuta erreichen, sind von Marokko bewusst herbeigeführt worden, um politischen Druck auf Spanien und die EU auszuüben."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG richtet den Fokus auf die Opfer:
    "Wären bei einem Anschlag, einem Brand in den USA, in Frankreich oder gar Deutschland 72 Menschen ums Leben gekommen – kaum jemanden hier würde das unberührt lassen. Doch die Toten von Ceuta verschwinden hinter Worten wie 'Massenandrang', 'Ansturm' oder 'Angriff'.
    Die Überlegungen zu einer Wiedereinführung des Zivildienstes in Deutschland sind Thema in der FRANKFURTER RUNDSCHAU:
    "Es ist nur konsequent, wenn die Bundesregierung einen neuen Zivildienst vorbereitet. Wenn die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden so niedrig bleibt, wird eine Wehrpflicht und ein damit verbundener Ersatzdienst unausweichlich."
    Zustimmung kommt von der MÄRKISCHEN ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder):
    "Melden sich nicht genügend Menschen zur Bundeswehr, kann es eine Wiedereinführung der Wehrpflicht geben. Dann braucht es auch einen Ersatzdienst für alle Kriegsdienstverweigerer."
    "Pflichtdienste sind problematisch",
    gibt die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG zu bedenken:
    "Sie greifen in die persönliche Freiheit des Einzelnen ein und bedürfen nicht nur der Verankerung im Grundgesetz, sondern auch der Akzeptanz in der Bevölkerung."
    Die erneute Diskussion über die Rente mit 63 greift der STERN auf:
    "Dass nun ausgerechnet mit Michael Kretschmer aus Sachsen, Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt und Mario Voigt aus Thüringen drei CDU-Ministerpräsidenten aus dem Osten die Debatte neu aufmachen, ist nur mit der Angst vor der AfD zu erklären."
    T-ONLINE wundert sich nicht über Schulzes Verhalten, der in Sachsen-Anhalt Wahlkampf führt:
    "Populär ist, dagegen zu sein. Ein Ministerpräsident im Überlebenskampf trifft gerade auf eine Bundesregierung im Überlebenskampf."