
"Mitten im 21. Jahrhundert ist nichts so absurd und inakzeptabel wie das Fortbestehen von Hunger und Armut", sagte Lula da Silva bei der Gründung einer "Globalen Allianz gegen den Hunger" in Rio de Janeiro.
Laut einem in Rio vorgestellten Bericht mehrerer UNO-Organisationen ist weltweit etwa jeder elfte Mensch von Hunger betroffen. Demnach waren im vergangenen Jahr etwa 733 Millionen Menschen unterernährt. Das seien ähnlich viele wie in den Jahren davor. Besonders betroffen ist dem Bericht zufolge weiterhin Afrika, wo etwa 20 Prozent der Bevölkerung unter Hunger leiden.
Das Ziel der Vereinten Nationen, Hunger und Unterernährung auf der Welt bis zum Jahr 2030 zu beenden, rücke angesichts dieser Zahlen in weite Ferne, heißt es in dem Bericht. Zugleich seien weltweit immer mehr Menschen stark übergewichtig.
G20-Finanzminister treffen sich in Rio
Ab Donnerstag beginnen in Rio de Janeiro offiziell die Beratungen der Finanzminister der 20 führenden Industrie und Schwellenländer. Dort soll es unter anderem um den Zustand der Weltwirtschaft und die Bemühungen zur Reform des internationalen Steuersystems gehen. Bundesfinanzminister Lindner (FDP) nimmt nicht an dem Treffen teil. Er wird durch seinen Staatssekretär Thoms vertreten.
Brasilien als vorsitzendes Land der G20 hatte im Vorfeld eine globale Mindestbesteuerung für Milliardäre vorgeschlagen. Das Konzept sieht vor, dass Milliardäre jedes Jahr mindestens zwei Prozent ihres Vermögens an ihren Heimatstaat abführen sollen. In Deutschland stößt der Vorschlag auf geteilte Meinungen. Aus dem Bundesfinanzministerium hieß es, die Idee sei nicht zielführend. Bundesentwicklungsministerin Schulze (SPD) hingegen lobte den Vorschlag. Mit ihm könne Steuerflucht verhindert werden, sagte die Ministerin, die diese Woche am G20-Entwicklungsministertreffen in Brasilien teilgenommen hatte.
Diese Nachricht wurde am 25.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.