
Diese Politisierung der Richterwahl dürfe sich nicht wiederholen. "Kampagnen und Akteure haben es geschafft, die Demokratie ein Stück wehrlos dastehen zu lassen". Die habe sich nicht resilient gezeigt und Politiker hätten sich treiben lassen. Die Juristin ergänzte, weil die Kampagnen gegen sie erfolgreich gewesen seien, sei es denkbar, dass sich diese bei anderen Kandidaten wiederholten.
Brosius-Gersdorf war von der SPD für das Amt als Richterin am Bundesverfassungsgericht vorgeschlagen worden. In der Union gab es jedoch Widerstand. Es kam zum Streit innerhalb der Koalition, die Wahl wurde abgesagt. Schließlich verzichtete sie auf die Kandidatur. Die Professorin beklagte immer wieder eine Diffamierung ihrer inhaltlichen Positionen. Einzelne Medien hätten wider besseres Wissen das Zerrbild einer linken Aktivistin gezeichnet. Neu und besorgniserregend sei, dass in sozialen Netzwerken organisierte Desinformationskampagnen nun auch im Parlament wirksam geworden seien.
Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
