An seinem ersten Erfolgsstück, dem 1962 uraufgeführten "Pierrot lunaire" zu Arnold Schönbergs Komposition, ließen sich Neigungen und Begabungen des Choreographen Glen Tetley bereits ablesen. Er sollte auch später stets Musik des 20. Jahrhunderts verwenden, wirkungsvolle abstrakte Dekorationen bevorzugen und sich nicht um die ästhetischen Grabenkämpfe zwischen Modern Dance und klassischem Ballett scheren.
Gegenüber der Musik Schönbergs nahm er sich wie danach bei Igor Strawinskys "Le sacre du printemps" alle Freiheiten. In seiner Version des "Frühlingsopfers" musste ein Jüngling sterben, und dieser fiel auch nicht erschöpft zu Boden, sondern wurde, einer Auferstehung gleich, an Seilen in den Bühnenhimmel gezogen.
Mit seiner klaren Entscheidung für die musikalische und visuelle Moderne und für eine Bewegungssynthese aus modernem Tanz amerikanischer Prägung und Ballett, das von Broadway-Luft gestreift worden war, stand Tetley von den sechziger Jahren bis heute hoch in der Gunst vieler internationaler Compagnien vom Royal Ballet in London bis zum Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen. Tänzerisch geprägt hatten Tetley unter den Modernen Hanya Holm und Martha Graham, in der Klassik Antony Tudor und Jerome Robbins.
Als der Choreograph nach Stuttgart kam, war das Ballett in tiefer Trauer um John Cranko. Tetley schuf mit "Voluntaries" ein Stück dezenter, die Stimmung nachhaltig aufhellender Trauerarbeit. Er wurde Crankos Nachfolger als Ballettdirektor, bis er die Verantwortung 1976 an Marcia Haydée abtrat und wieder als freier Choreograph von Haus zu Haus wechselte.
Reid Anderson holte den "Guru des Tanzes" zu Beginn seiner Direktion 1996 zurück ans Haus für eine Wiederaufnahme, denn er erinnerte sich, wie viel er selbst als Tänzer Tetley verdankte. In den siebziger Jahren hatte Tetley die Stuttgarter gelehrt, beim Tanzen bewusst zu atmen, auf der Bühne natürlich zu gehen und auf die verschiedenen Bewegungsqualitäten zu achten - so integrierte er beispielsweise Übungen des Tai-Chi in seine Arbeit.
Tänzer weltweit mochten seine warme, aufmerksame Art im professionellen Umgang mit ihnen. Länger halten konnten sie ihn nirgends. Das Nederlands Dans Theater leitete er gemeinsam mit Hans van Manen nur von 1969 bis 1971 und in den späten achtziger Jahren widmete er sich gerade zwei Spielzeiten lang ausschließlich dem National Ballet of Canada.
Fast wäre Glenford Andrew Tetley Junior nie zum Ballett gekommen. Seine bürgerliche Familie - der Großvater war Pastor in Pittsburgh, der Vater Kaufmann - verlangte ihm ein Medizinstudium ab, bevor er schließlich die väterliche Lizenz zum Tanzen erhielt. Am vergangenen Freitag ist Tetley, einer der gewagtesten Modernen der sechziger und siebziger Jahre - in seinem Haus in West Palm Beach, Florida gestorben.
Gegenüber der Musik Schönbergs nahm er sich wie danach bei Igor Strawinskys "Le sacre du printemps" alle Freiheiten. In seiner Version des "Frühlingsopfers" musste ein Jüngling sterben, und dieser fiel auch nicht erschöpft zu Boden, sondern wurde, einer Auferstehung gleich, an Seilen in den Bühnenhimmel gezogen.
Mit seiner klaren Entscheidung für die musikalische und visuelle Moderne und für eine Bewegungssynthese aus modernem Tanz amerikanischer Prägung und Ballett, das von Broadway-Luft gestreift worden war, stand Tetley von den sechziger Jahren bis heute hoch in der Gunst vieler internationaler Compagnien vom Royal Ballet in London bis zum Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen. Tänzerisch geprägt hatten Tetley unter den Modernen Hanya Holm und Martha Graham, in der Klassik Antony Tudor und Jerome Robbins.
Als der Choreograph nach Stuttgart kam, war das Ballett in tiefer Trauer um John Cranko. Tetley schuf mit "Voluntaries" ein Stück dezenter, die Stimmung nachhaltig aufhellender Trauerarbeit. Er wurde Crankos Nachfolger als Ballettdirektor, bis er die Verantwortung 1976 an Marcia Haydée abtrat und wieder als freier Choreograph von Haus zu Haus wechselte.
Reid Anderson holte den "Guru des Tanzes" zu Beginn seiner Direktion 1996 zurück ans Haus für eine Wiederaufnahme, denn er erinnerte sich, wie viel er selbst als Tänzer Tetley verdankte. In den siebziger Jahren hatte Tetley die Stuttgarter gelehrt, beim Tanzen bewusst zu atmen, auf der Bühne natürlich zu gehen und auf die verschiedenen Bewegungsqualitäten zu achten - so integrierte er beispielsweise Übungen des Tai-Chi in seine Arbeit.
Tänzer weltweit mochten seine warme, aufmerksame Art im professionellen Umgang mit ihnen. Länger halten konnten sie ihn nirgends. Das Nederlands Dans Theater leitete er gemeinsam mit Hans van Manen nur von 1969 bis 1971 und in den späten achtziger Jahren widmete er sich gerade zwei Spielzeiten lang ausschließlich dem National Ballet of Canada.
Fast wäre Glenford Andrew Tetley Junior nie zum Ballett gekommen. Seine bürgerliche Familie - der Großvater war Pastor in Pittsburgh, der Vater Kaufmann - verlangte ihm ein Medizinstudium ab, bevor er schließlich die väterliche Lizenz zum Tanzen erhielt. Am vergangenen Freitag ist Tetley, einer der gewagtesten Modernen der sechziger und siebziger Jahre - in seinem Haus in West Palm Beach, Florida gestorben.