
Brüssel will damit die Marktmacht des US-Konzerns brechen. Google kann vor Gericht dagegen vorgehen, machte zunächst aber keine solche Ankündigung.
Der Google-Chatbot Gemini ist auf Android-Smartphones vorinstalliert und der einzige, der auf ein "Hey Google" über die Sprachsteuerung reagiert. Die Kommission will das nun ändern, sodass Nutzende zwischen Gemini und Alternativen wie ChatGPT, Claude oder dem französischen Anbieter Mistral wählen können. Alle KI-Assistenten sollen per Sprachsteuerung Nachrichten verschicken oder ein Taxi buchen können. Google soll die Anweisung innerhalb eines Jahres umsetzen. Bisher ist es nur möglich, die Chatbots als klassische App auf dem Handy zu installieren.
Google: Gerätesicherheit gefährdet
Google kritisierte, die Anweisung gefährde die Gerätesicherheit, weil zahlreiche Apps ohne Sicherheitsprüfung weitreichende Befugnisse bekämen. Abgesehen von der Sprachsteuerung hätten KI-Assistenten schon heute Zugriff, teilte der Konzern weiter mit. Außerdem seien dafür die Smartphone-Hersteller zuständig, nicht Google als Herausgeber des Betriebssystems Android.
Suchmaschine soll Daten mit Konkurrenz teilen
Die zweite Forderung aus Brüssel betrifft die Google-Suchmaschine, seit Jahren unangefochtene Marktführerin. Kein Wettbewerber könne dem US-Konzern gefährlich werden, solange Google nicht seine Daten teile, argumentierte die EU-Kommission. Die Konkurrenz - darunter auch KI-Assistenten mit Suchfunktion - solle deshalb Zugang zu Suchergebnissen, meistgesuchten Begriffen und Klickzahlen bekommen.
Die Daten sollen nach Angaben der Kommission anonymisiert übermittelt werden, Google darf sie vorab auf Risiken für Cybersicherheit und Datenschutz prüfen. Der Konzern argumentierte dennoch, die geforderte Freigabe der Daten gefährde die Privatsphäre von Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Für diese Änderung bekommt Google rund ein halbes Jahr Zeit. Das Unternehmen forderte eine "flexible" Umsetzung der Forderungen und will die Maßnahmen noch anpassen.
Diese Nachricht wurde am 16.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
