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StartseiteWirtschaftsgesprächDeutschlands Wirtschaft stagnierte im vierten Quartal14.02.2020

Bruttoinlandsprodukt Deutschlands Wirtschaft stagnierte im vierten Quartal

Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Konjunkturdaten zum letzten Quartal 2019 bekannt gegeben. Deutschlands Wirtschaft ist im Vergleich zum Vorquartal nicht gewachsen. Experten erwarten Wachstumseinbußen auch für das erste Quartal dieses Jahres - unter anderem wegen der Ausbreitung des Coronavirus.

Von Eva Bahner

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Container im Hamburger Hafen (imago stock&people)
Vor einer Woche wurden aber überraschend schlechte Produktionszahlen für Dezember gemeldet: ein Minus von 3,5 Prozent (imago stock&people)
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Im letzten Quartal 2019 kam die deutsche Wirtschaft nicht vom Fleck. Das Statistische Bundesamt meldet in einer ersten Schätzung Stagnation von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorquartal. Interessanterweise wurde das Wachstum für die Herbstmonate leicht nach oben korrigiert: nun auf 0,2 Prozent. Deshalb bleiben die Statistiker auch bei ihrer Wachstumszahl von 0,6 Prozent für das Gesamtjahr. Diese Zahl wurde bereits vor ein paar Wochen herausgegeben. Insgesamt zeigt die deutsche Wirtschaft gerade allerdings wenig Dynamik.

War eine Stagnation erwartet worden?

Bei der Bekanntgabe des Jahreswachstums hatten die Statistiker noch Anzeichen einer leichten Erholung zum Jahresende erkennen können. Vor einer Woche wurden aber überraschend schlechte Produktionszahlen für Dezember gemeldet: ein Minus von 3,5 Prozent. Das weckte böse Erinnerungen an die Rezessionszeiten 2009.

Da hatten Ökonomen schon das Schlimmste befürchtet und ihre Erwartungen heruntergeschraubt. Die meisten hatten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet, jetzt sind es null Prozent. Bislang geht die Bundesregierung aber immer von einem Wachstum von 1,1 Prozent in diesem Jahr aus.

Covid-19 und die Folgen für die Wirtschaft

Welche Auswirkungen die Ausbreitung des Coronavirus auf die Wirtschaft hat, können Ökononmen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Fest steht: Export- und auch importabhängige Länder wie Deutschland sind natürlich besonders betroffen. Denn fast zehn Prozent der Vorleistungen für die deutsche Industrie kommen aus China und Lieferketten sind teilweise unterbrochen. China ist der wichtigste Handelspartner für Deutschland.

Die Deutsche Bank sprach Anfang der Woche sogar schon von einer Rezession – das würde bedeuten zwei schrumpfende Quartale in Folge –, und auch der Chef-Volkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, erwartet zumindest Wachstumseinbußen im ersten Quartal von 0,1 bis 0,2 Prozent, wie er im Deutschlandfunk sagte. Es kommt darauf an, wie lange dieser Ausnahmezustand anhält, wann auch Chinas Unternehmen wieder heraus können aus dem virusbedingten Krisenmodus. Das vermag derzeit keiner abzuschätzen.

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