Kulturgeschichte
Buchstabenmuseum Berlin schließt

Nach zwanzig Jahren endet an diesem Sonntag die Zeit des Buchstabenmuseums Berlin. Die ehrenamtlichen Betreiber bitten auf ihrer Internetseite um Unterstützung bei der Suche nach einem Ort für die "langfristige Lagerung" der Exponate.

    Mehrere Leuchtreklamen in verschiedenen Schriftzügen lehnen an den Wänden im Buchstabenmuseum oder sind gestapelt
    Das Buchstabenmuseum in Berlin schließt am 5. Oktober, sucht aber nach neuen Räumen (picture alliance / SZ Photo / Friedrich Bungert)
    Museumsleiterin Barbara Dechant und ihr Team prüfen eigenen Angaben zufolge nun Optionen für die Zukunft der Sammlung. Konkrete Pläne für einen neuen Standort gebe es bislang aber nicht. "Wir hoffen auf eine Mischung – nicht nur ein Lager, sondern auch eine Möglichkeit, die Buchstaben teilweise oder ganz auszustellen", sagte Dechant der Deutschen Presse-Agentur. Erste Kontakte zu potenziellen Orten sollen nach der Schließung intensiver geprüft werden.

    Ende nach 20 Jahren

    Gegründet wurde der gemeinnützige Verein Buchstabenmuseum e.V. im Mai 2005. Drei Jahre später präsentierte man den gesammelten Fundus dann erstmals der Öffentlichkeit. Zum Schluss, nach dem Umzug 2019 an den Standort im Hansaviertel, umfasste die Sammlung rund 3.500 Buchstaben – von einzelnen Lettern bis zu kompletten Schriftzügen wie dem ikonischen "Zierfische" von einem Geschäft aus den frühen 1980er-Jahren von einem Geschäft am Frankfurter Tor. Die meisten Exponate stammen aus Berlin, es finden sich aber auch Ausstellungsstücke aus anderen Teilen Deutschlands, aus Österreich und der Schweiz.
    Ziel des Buchstabenmuseums war es, historische Schriften zu erhalten und damit ein Stück Stadt- und Deutschlandgeschichte zu bewahren. Am Ende kapitulierten die Betreiber vor einer Vielzahl an Hindernissen: Den derzeitigen Standort im S-Bahn-Bogen in der Nähe der Station Bellevue muss das Buchstabenmuseum verlassen - und hat noch keine neuen Räumlichkeiten in Aussicht. Trotz des Engagements der Ehrenamtlichen sei die Hauptlast an ihr selbst hängen geblieben, so Dechant. Zudem hätten sich die Besucherzahlen seit der Corona-Pandemie halbiert, steigende Energie- und Betriebskosten konnten nicht mehr gedeckt werden. Und weil man auch keine institutionellen oder regelmäßigen Förderungen bekommen habe, sei man an einem Punkt, ”wo es ohne finanzielle Unterstützung einfach nicht mehr geht”, so das Fazit der Museumsgründerin.
    Diese Nachricht wurde am 05.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.