
"Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien", sagte der Meeresbiologe der Organisation Greenpeace, Thilo Maack, der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei mit anderen Akteuren wie dem Deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden.
Der Wal mache nach wie vor Anstalten los zu schwimmen, so Maack. "Wir hoffen daher, dass er sich selbst befreit." Rund um die Sandbank sei das Wasser deutlich tiefer als am Timmendorfer Strand, wo der Buckelwal zuvor festsaß und wo es nur rund einen Meter tief gewesen sei, erläuterte der Meeresbiologe. Die Boote hätten sich inzwischen zurückgezogen. "Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen".
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus (SPD) kündigte einen neuen Einsatz für den Laufe des Sonntags an, falls der Wal sich bis dahin selbst befreit hat. Das Tier könnte dann "sanft angestupst" werden, um den Weg ins tiefere Wasser zu finden.
Buckelwal vermutlich desorientiert
Meeresbiologin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum sagte dem NDR, der Wal sei wahrscheinlich aus Versehen in die Sandbank geraten. Durch den Stress der vergangenen Tage sei das Tier desorientiert. Zudem würden Buckelwale sich mit Küstengewässern nicht gut auskennen. Dem Wal geht es vermutlich schlecht. "Man sieht die deutlichen Hautveränderungen", sagte Klemens. Allerdings mache er Bewegungen mit der Fluke, also der Hinterflosse und scheint noch agil zu sein.
Buckelwal soll Weg in den Atlantik finden
Der Wal hatte seit Montag auf einer Sandbank bei Timmendorfer Strand an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste festgesteckt. Schließlich konnte er sich in der Nacht zum Freitag freischwimmen, nachdem Helfer mit Baggern den Meeresboden um das Tier ausgehoben und ihm eine Rinne gegraben hatten.
Die Hoffnung war, dass sich das Tier in Richtung Nordsee bewegt, um schließlich wieder in den Atlantik zu gelangen.
Diese Nachricht wurde am 28.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
