Olympische Spiele
Bürgerentscheide zur Bewerbung in NRW und Kiel

In 17 Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen werden heute die Bürgerentscheide zur geplanten Olympiabewerbung ausgezählt. Unter anderem die Einwohner Kölns, Düsseldorfs, Dortmunds, Aachens, Leverkusens und Wuppertals sind dazu aufgerufen, per Briefwahl zu entscheiden, ob ihre Kommune die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 mitausrichten soll.

    Ein Plakat zum Bürgerentscheid KölnRheinRuhr zur Bewerbung als Standort für die Olympischen Spiele. Auf dem Plakat steht ein großes "Ja".
    Ein Plakat zum Bürgerentscheid KölnRheinRuhr zur Bewerbung als Standort für die Olympischen Spiele (Rolf Vennenbernd / dpa / Rolf Vennenbernd)
    Der Titel der Bewerbung für die Sommerspiele ist "Köln.Rhein.Ruhr". Vier Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Die Abstimmungsbriefe können noch im Laufe des Tages in den Auszählungsbüros der Kommunen abgegeben werden. Das Ergebnis soll am späten Abend bei einer zentralen Veranstaltung in Köln verkündet werden, an der auch Ministerpräsident Wüst teilnimmt. Mit den ersten Ergebnissen wird mancherorts gegen 19 Uhr gerechnet. Das Konzept Nordrhein-Westfalens setzt auf vorhandene Sportstätten und will Neubauten vermeiden. In der "Leading City" Köln sind ein temporäres Leichtathletikstadion sowie das Athletendorf geplant.

    Auch Quorum für positives Votum entscheidend

    In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von 39 nordrhein-westfälischen Tageszeitungen sprachen sich jüngst 54 Prozent der Menschen in den 17 Bewerberstädten für eine Bewerbung aus. Für ein positives Votum reicht nicht nur eine Mehrheit der Stimmen, es muss auch ein Quorum erfüllt sein: In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten zustimmen, in kleineren Kommunen bis zu 20 Prozent. Fällt das Votum in einer Kommune negativ aus, scheidet sie komplett aus der Bewerbung aus. Für diesen Fall sollen Ausweichkonzepte mit alternativen Sportstätten bereitstehen.

    Abstimmung in Kiel über Bewerbung als olympischer Segelstandort

    In Kiel können die Berechtigten über die Frage abstimmen, ob sich die Stadt für künftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. Auch hier konnten die Bürgerinnen und Bürger per Brief entscheiden. Es ist aber auch eine Abstimmung in Wahllokalen möglich. Nationaler Konkurrent von Kiel als Standort für olympische Segelregatten ist Rostock-Warnemünde. Sollte Berlin zum Hauptaustragungsort gewählt werden, will die Bundeshauptstadt die Segelwettbewerbe in Mecklenburg-Vorpommern austragen lassen.

    DOSB trifft Entscheidung im September

    Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) möchte die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 nach Deutschland holen. Derzeit wird das Konzept erstellt. Es bewerben sich Berlin, München sowie möglicherweise die Städte in NRW und Hamburg. In München stimmten die Bürgerinnen und Bürger im Oktober klar für eine Bewerbung, Termin für ein Referendum in Hamburg ist der 31. Mai, in Berlin ist keine Befragung geplant.
    Die Entscheidung über den deutschen Bewerber soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September getroffen werden. 
    Diese Nachricht wurde am 19.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.