Arbeitsmarkt
Bundesagentur für Arbeit ermuntert Jugendliche mit Hauptschul-Abschluss zur Ausbildungssuche

Die Bundesagentur für Arbeit hat Jugendliche mit Hauptschulabschluss aufgerufen, sich einen Ausbildungsplatz zu suchen. Es sei nicht zu spät, noch in diesem Jahr eine Ausbildung zu beginnen. In vielen Branchen seien noch Plätze zu besetzen; die besten Chancen gebe es in Lebensmittelberufen, im Bau, im Verkauf, in der Gastronomie sowie in vielen Handwerksberufen wie dem Metallbau oder in der Heizungstechnik.

    Vor einem Hotel hängt ein Schild mit dem Schriftzug "Azubis gesucht !!"
    Viele Ausbildungsplätze sind immer noch unbesetzt. (Archivbild) (dpa / Stefan Sauer)
    Regional betrachtet bestünden die besten Chancen für Jungen und Mädchen mit Hauptschulabschluss in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.

    Ausbildungsbetriebe können Mindestanforderungen stellen

    Die Arbeitsagentur forderte die Betriebe auf, sich bei der Suche nach Azubis jetzt noch zu melden und auch jungen Menschen mit Hauptschulabschluss eine Chance zu geben.
    Nach Angaben der BA stehen Jugendlichen mit Hauptschulabschluss rund 60 Prozent der Ausbildungsplätze offen. Solche mit Realschulabschluss können sich demnach auf gut 93 Prozent der Stellen bewerben, Abiturientinnen und Abiturienten theoretisch auf alle. Rein formal gebe es zwar für Ausbildungsberufe keine vorgeschriebenen Schulabschlüsse, die Ausbildungsbetriebe könnten aber Mindestanforderungen stellen.
    In etlichen Bundesländern gibt es keine expliziten Haupt- und Realschulen, den Hauptschulabschluss legen die Jugendlichen dort an anderen Schulformen ab.

    Im Jahr 2023 mehr als 73.000 unbesetzte Lehrstellen

    Im Juli waren noch rund 228.000 Ausbildungsstellen mit Beginn in diesem Herbst unbesetzt. Vor wenigen Tagen meldete der Berufsverband der Freien Berufe, dass Architekturbüros, ärztliche Praxen oder Steuerberaten noch rund 40.000 Ausbildungsstellen frei hätten. Präsident Hofmeister sagte der "Rheinischen Post", beste Chancen hätten bei Freiberuflern junge Menschen mit ausländischen Wurzeln. "Sie bringen als Pluspunkt eine weitere Sprache und interkulturelle Kompetenz mit."
    Kürzlich zeigte der aktuelle Berufsbildungsbericht, dass im Jahr 2023 mehr als 73.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben sind. Gleichzeitig gab es aber auch einen Anstieg der Bewerberinnen und Bewerber ohne Lehrstelle. So hätten sich im vergangenen Jahr 26.400 Menschen ohne Erfolg auf einen Ausbildungsplatz beworben. Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger sprach damals von einem Passungsproblem zwischen Bewerbern und angebotenen Stellen.
    Diese Nachricht wurde am 23.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.