
Die Grünen-Politikerin ergänzte, Nihon Hidankyo mache durch Berichte und Aussagen von Zeitzeugen deutlich, was Massenvernichtung bedeute.
Am Vormittag hatte das norwegische Komitee in Oslo der Organisation den Nobelpreis zugesprochen und vor allem deren Beitrag zur Erinnerungsarbeit gewürdigt. Der Organisation gehören Überlebende der Atomwaffenangriffe von Hiroshima und Nagasaki an. Das Komitee betonte, mit ihren Augenzeugenberichten verbreiteten die Überlebenden die Botschaft, "dass Atomwaffen nie wieder eingesetzt werden dürfen". In einer Zeit, in der das Tabu des Einsatzes von Atomwaffen in Frage gestellt werde, wolle man die Aktivistengruppe würdigen, hieß es.
Am 6. August 1945 hatte ein Bomber der US-Armee eine Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Unmittelbar danach und in den ersten Monaten nach dem Angriff starben etwa 140.000 Menschen, in den folgenden Jahren tötete die radioaktive Strahlung weitere 60.000 Menschen. Drei Tage nach dem Abwurf über Hiroshima tötete der Abwurf einer zweiten US-Atombombe auf die japanische Stadt Nagasaki mehr als 70.000 weitere Menschen.
Keine klaren Favoriten
Mit der Auszeichnung rückt das Komitee das Thema Atomwaffen erneut in den Blickpunkt. 2017 hatte bereits die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen den Friedensnobelpreis gewonnen.
In Zeiten von Nahost-Konflikt, Ukraine-Krieg und weiteren gewalttätigen Konflikten in der Welt hatte sich in diesem Jahr vor der Preisbekanntgabe kein klarer Favorit auf den Friedensnobelpreis abgezeichnet. Nominiert wurden diesmal insgesamt 286 Kandidatinnen und Kandidaten, unter ihnen 197 Persönlichkeiten und 89 Organisationen. Das waren deutlich weniger als in den Vorjahren. Die Namen der Nominierten werden von den Nobel-Institutionen traditionell geheim gehalten.
Die Auszeichnung ist wie die anderen Nobelpreise mit umgerechnet knapp 970.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr hatte die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi den Friedensnobelpreis erhalten. Sie wurde in Abwesenheit geehrt, weil sie im Iran inhaftiert ist.
Diese Nachricht wurde am 11.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.