
Papieranträge sollen nur in Ausnahmefällen möglich sein. Außerdem ist geplant, die Fördermöglichkeiten für Bauherren übersichtlicher zu gestalten und Planungsprozesse mit standardisierten Datenmodellen zu beschleunigen. Ziel ist, dass Planungen maximal zwei Jahre dauern. Das Modulare Bauen soll häufiger eingesetzt werden, das nach einem Baukastenprinzip mit vorgefertigten Teilen und Räumen funktioniert.
Die Baukosten seien auf ein "unsägliches Niveau" gestiegen, sagte Hubertz bei der Vorstellung des Aktionsplans auf einer Konferenz der Bau- und Immobilienbranche in Frankfurt am Main. Man müsse dafür sorgen, dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert würden. Die Maßnahmen sollen in einen Gesetzentwurf fließen, der in diesem Jahr vorgelegt werden soll.
Neubau in der Krise: Tiefstand seit 2012
Der Neubau in Deutschland stockt seit Jahren. 2025 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 206.600 Wohnungen fertiggestellt, gut 45.000 weniger als im Vorjahr und ein Tiefstand seit 2012. Der Mangel an Wohnraum treibt die Mieten, vor allem in Städten.
Experten erwarten im laufenden Jahr nur wenig Besserung. Zwar sind die Baugenehmigungen zuletzt stark gestiegen, aber der Einbruch in den Vorjahren wirkt nach. Zudem verteuert der Iran-Krieg das Bauen und gestiegene Zinsen erschweren Finanzierungen.
Immobilienverband fordert Deregulierung
Branchenvertreter kritisieren, die Politik habe in den letzten Jahren mit einer "Regulierungswut" das Bauen teurer gemacht. Dazu gehörten etwa energetische Standards oder Vorschriften für die Trittschalldämmung, erklärte die Makler-Vereinigung Immobilienverband Deutschland. Statt die Vorgaben immer weiter zu erhöhen, brauche es aber Mindeststandards und mehr Freiraum für Bauherren. Nur bei Statik und Brandschutz dürfe es keine Abstriche geben.
Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
