
Die SPD-Politikerin sagte der Bild-Zeitung, ein Blick in andere Länder zeige, dass man auch auf nationaler Ebene den Ticketzweitmarkt wirksam regulieren könne. Ein möglicher Schritt sei, überzogene Preisaufschläge beim Weiterverkauf der Tickets zu begrenzen. Zugleich müsse der private Weiterverkauf von Tickets möglich bleiben und dürfe nicht unnötig kompliziert werden, betonte Ministerin Hubig. "Es geht darum, kommerzielle Geschäftemacherei einzudämmen - im Interesse von Fans, Künstlerinnen und Künstlern sowie Sportlerinnen und Sportlern."
Tickets als Spekulationsobjekt
Künstler und Veranstalter hatten in einem Offenen Brief strengere Regeln gefordert. Tickets dürften kein Spekulationsobjekt sein. Gewerbliche Wiederverkäufer kaufen demnach Tickets in Massen auf, nicht selten mithilfe automatisierter Software, also Bots. Anschließend würden sie diese Tickets zu horrenden Preisen weiterverkaufen. Ein Ticket, das für 60 Euro angeboten wurde, werde auf Plattformen wie Viagogo oder Ebay für 100, 200 oder noch mehr Euro gehandelt. Aufschläge von 250 Prozent und mehr seien keine Seltenheit.
Andere Länder regulieren
Die Unterzeichner verweisen dabei auch auf andere Länder, die den Weiterverkauf restriktiver handhaben. In Frankreich etwa sei der kommerzielle Weiterverkauf von Tickets "seit Jahrzehnten" gesetzlich eingeschränkt. In Großbritannien müssten Originalpreis, Sitznummer und Verkäuferidentität klar ausgewiesen sein. In den USA verbiete der Better Online Ticket Sales-Act unter anderem den Einsatz automatisierter Kaufprogramme. In Belgien und Italien existierten vergleichbare Schutzregelungen. Deutschland hingegen sei ein nahezu regulierungsfreier Raum für Ticketspekulanten.
Diese Nachricht wurde am 16.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
