Sportpolitik
Bundespräsident Steinmeier ändert Position zu deutscher Olympia-Bewerbung für 2036

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seine Haltung zu einer deutschen Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036 geändert. Er steht einer solchen Bewerbung nun offen gegenüber.

    Das Foto zeigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der am 20.5. bei der Eröffnung des Jugendengagement-Kongresses der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im Umweltforum spricht.
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Archivbild (Bernd von Jutrczenka / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Bedenken gegen eine Ausrichtung 2036 hatte Steinmeier geäußert, weil sie genau 100 Jahre nach den Spielen der Nationalsozialisten stattfinden würden. Diese Bedenken seien zwar nicht verschwunden, berichtet das ARD-Hauptstadtstudio. Der Bundespräsident sei mittlerweile aber davon überzeugt, dass alle Beteiligten mit diesem Datum verantwortungsvoll umgehen würden.
    Für eine deutsche Olympia-Bewerbung sind aktuell die Jahre 2036, 2040 oder 2044 im Gespräch. 1936 hatte Deutschland unter Adolf Hitler die Olympischen Sommerspiele ausgetragen und als Propagandaveranstaltung missbraucht. Steinmeier hatte das deshalb dafür plädiert, die Termine 2040 oder 2044 zu bevorzugen.
    In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" sagte Steinmeier nun: "Wir haben großartige Sportstätten. Wir haben eine sportbegeisterte Bevölkerung. Ich wünsche mir sehr, dass nach München 1972 endlich wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden." Dass die Deutschen gute Gastgeber von sportlichen Großveranstaltungen seien, habe die Welt seit dem Sommermärchen 2006 in Erinnerung. 
    Das Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im September über den deutschen Bewerber für Olympische Spiele entscheiden. Zur Wahl stehen München, Berlin und die Region Rhein-Ruhr. Bei einem einem Referendum in Hamburg hatte eine Mehrheit gegen eine Bewerbung der Stadt gestimmt. In München und Nordrhein-Westfalen hatte es Mehrheiten für eine Bewerbung gegeben. In Berlin gab es keine solche Abstimmung.
    Für 2036 galt ursprünglich Katar als aussichtsreicher Kandidat. Durch den Iran-Krieg und die Angriffe auf Katar gibt es zurzeit allerdings Bedenken, ob die Spiele dort wirklich sicher seien. Deshalb könnten die Spiele 2036 nun doch in Europa stattfinden.
    Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke hat Steinmeiers Aussagen begrüßt. Eine breite politische Unterstützung der Bewerbung sei international "enorm wichtig", sagte er im Bericht aus Berlin. "Unabhängig davon, ob die Spiele in diesem Jahr in Deutschland stattfinden, wird der deutsche Sport verantwortungsvoll mit der Bedeutung des Jahres 2036 umgehen", sagte Fricke.
    Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.