Neue Initiative
Bundespräsident Steinmeier: Brauchen mehr Stiftungen in Ostdeutschland

Nur jede zehnte deutsche Stiftung hat ihren Sitz in Ostdeutschland. Eine neue Initiative mit dem Namen "Zukunftswege Ost" soll das ändern. Bundespräsident Steinmeier sprach angesichts des Erstarkens demokratiefeindlicher Kräfte von einem wichtigen gesamtdeutschen Projekt.

03.05.2024
    Frank-Walter Steinmeier beim Austausch mit Jugendlichen. Er lächelt.
    Bundespräsident Steinmeier eröffnete in Saalfeld offiziell die Initiative "Zukunftswege Ost". Dort sprach er auch mit Jugendlichen, die sich für ein Demokratieprojekt einsetzen. (Jacob Schröter / dpa / Jacob Schröter)
    Neben dem Engagement jedes Einzelnen und staatlicher Förderung seien auch gemeinnützige Stiftungen notwendig, um die Gesellschaft zusammenzuhalten, sagte Steinmeier in einer Rede zum Auftakt der Initiative im thüringischen Saalfeld. Dabei sei nicht nur die Politik, sondern auch die Zivilgesellschaft gefragt. "Demokratische Selbstbestimmung beginnt vor Ort und braucht uns alle - aus eigenem Antrieb", betonte Steinmeier.
    "Zukunftswege Ost" ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Stiftungen und anderen Organisationen aus ganz Deutschland. Die Initiative will Bürgerinnen und Bürger unterstützen, die sich für eine demokratische Kultur, ein friedliches Miteinander und die Gleichwertigkeit aller Menschen einsetzen. Entsprechende Projekte können mit bis zu 5.000 Euro gefördert werden.

    Ehrenamt in Ostdeutschland unter Druck

    Angeregt wurde die Initiative vom Bundesverband Deutscher Stiftungen und dem Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Schneider (SPD). Hintergrund ist, dass es im Osten zwar annähernd so viel ehrenamtliches Engagement wie in den westdeutschen Bundesländern gibt, aber weniger finanzstarke Stiftungen oder Konzerne, die diese Arbeit fördern. Zudem sehen sich viele Initiativen nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Stiftungen in Ostdeutschland immer größerem Druck ausgesetzt - insbesondere in ländlichen Regionen. Das Erstarken demokratiefeindlicher Kräfte führe im schlimmsten Fall dazu, dass sich Engagement nicht mehr entfalten könne, warnte der Verband.
    Diese Nachricht wurde am 03.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.