Tagung von Nobelpreisträgern
Bundespräsident Steinmeier bricht Lanze für Freiheit der Wissenschaft

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sorgt sich um die Freiheit der Wissenschaft. Wenn die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre systematisch untergraben werde, bedrohe dies auch das Fundament der Demokratie, sagte Steinmeier in Lindau am Bodensee. Dort sind 70 Nobelpreisträger und Hunderte Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt zu einer Tagung zusammengekommen.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht in der Inselhalle zur Eröffnung der 75. Nobelpreisträgertagung.
    Eröffnung 75. Nobelpreisträgertagung (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)
    Der Bundespräsident verwies auf die aktuelle Situation in den USA unter der Regierung von Präsident Trump. Dort würden Forschende eingeschüchtert und Bildungsstätten drangsaliert, wenn sie sich nicht politischen Vorgaben beugten. Aber auch in Deutschland gebe es Entwicklungen, die ihm Sorge bereiteten. 
    Hierzulande verbreite sich eine zunehmende Feindlichkeit gegenüber der Wissenschaft, beklagte Steinmeier. Als Beispiele nannte er die Themen Impfen und den menschengemachten Klimawandel. Sie würden besonders häufig von denen in Zweifel gezogen, die auch der Demokratie und ihren Institutionen mit Skepsis, Ablehnung oder gar Hass gegenüberstünden.
    Seit 75 Jahren wird Lindau am Bodensee während der Nobelpreisträgertagung zum Treffpunkt herausragender Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Das Motto lautet in diesem Jahr: "bilden, inspirieren, vernetzen".
    Diese Nachricht wurde am 28.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.