Zum Tod von Mario Adorf
Bundespräsident Steinmeier würdigte Adorf als Ausnahmetalent

Bundespräsident Steinmeier hat den verstorbenen Schauspieler Mario Adorf als Ausnahmetalent gewürdigt. Steinmeier erklärte, Adorf habe in seinen zahlreichen Rollen Stärken und auch Schwächen des Menschen nahe gebracht - mit großer Intensität und sehr viel Feingefühl. Der Schauspieler ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

    Ein Porträt eines älteren Mannes mit grauen Haaren.
    Mario Adorf starb im Alter von 95 Jahren in Paris (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)
    Steinmeier sagte, Adorf habe seine Figuren "zum Leuchten" gebracht und ein Mitempfinden auch mit "Schurken und Bösewichtern" ausgelöst. Als einer der bedeutendsten deutschen Schauspieler auf der Bühne und im Film habe Adorf "das kulturelle Leben weit über unser Land hinaus bereichert", erklärte Steinmeier.

    Klöckner: "Nie glatt, sondern immer echt"

    Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erklärte, Adorf sei als Künstler „nie glatt, sondern immer echt“ gewesen. Er habe es verstanden, „das Leben in all seiner Widersprüchlichkeit zu verkörpern“.

    Adorfs Durchbruch im Jahr 1957

    Mario Adorf wurde 1930 in Zürich geboren und verkörperte in über 200 Film- und Fernsehrollen unterschiedliche Charaktere. Seinen Durchbruch hatte er 1957 mit dem Kriminalfilm „Nachts, wenn der Teufel kam“ in der Rolle des von den Nationalsozialisten zum Serienmörder erklärten Bruno Lüdke. Weitere Filme sind „Winnetou Eins“ und „Deadlock“. Mit Volker Schlöndorff drehte Adorf „Die Blechtrommel“ und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, mit Rainer Werner Fassbinder „Lola“. Der Produzent Dieter Wedel besetzte Adorf unter anderem in seinen Mehrteilern „Der große Bellheim“ (1992), „Der Schattenmann“ (1995) und „Die Affäre Semmeling“ (2002) in der Hauptrolle.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Nachruf auf Mario Adorf - Schauspielerlegende mit 95 Jahren gestorben
    Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.