Kabinett
Bundesregierung billigt Wehrdienst-Gesetz

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für einen neuen Wehrdienst auf den parlamentarischen Weg gebracht.

    Soldaten der Bundeswehr während einer Übung des 371. Panzergrenadierbattalions.
    Soldaten der Bundeswehr bei einer Übung (picture alliance/Daniel Kubirski)
    Der Entwurf von Verteidigungsminister Pistorius setzt zunächst auf Freiwilligkeit und soll mehr Menschen in Deutschland zum Dienst bei der Bundeswehr bewegen. Geplant ist, dass ab dem kommenden Jahr alle jungen Männer und Frauen zu ihrem Interesse am Wehrdienst befragt werden. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, für Frauen ist das freiwillig. Geeignete Kandidaten werden dann zur Musterung eingeladen. Zudem soll es zusätzliche Anreize geben, etwa einen höheren Sold. Ziel ist es, die Zahl der Soldaten in den nächsten Jahren um 80.000 auf 260.000 zu erhöhen.
    In der Union hatte es zuvor Kritik an dem Gesetzentwurf gegeben. Aus Sicht des CDU-Außenpolitikers Röttgen fehlen konkrete Zahlen sowie Fristen, die festlegen, unter welchen Voraussetzungen die Wehrpflicht wieder aktiviert wird. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Erndl, hofft auf Nachbesserungen bei den parlamentarischen Beratungen. Die Bundeswehr brauche Planbarkeit, sagte der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Man müsse die Abschreckungsfähigkeit schnell erhöhen. Auch der Bundeswehrverband und der Reservistenverband äußerten sich skeptisch.
    Diese Nachricht wurde am 27.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.