Russland
Bundesregierung kritisiert Moskauer Urteil gegen Bildhauer Tilly

Die Bundesregierung hat die Verurteilung des Düsseldorfer Bildhauers und Karnevalswagenbauers Jacques Tilly durch ein Moskauer Gericht kritisiert.

    Der russische Praesident Wladimir Putin spiesst den Hoppeditz mit einem Schwert auf. Die Düsseldorfer Karnevalsfigur wiederum schlägt dem in Militäruniform gekleideten Putin mit einer Narrenpritsche auf den Kopf.
    Der Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug zum Verfahren gegen Tilly: Putin spiesst den Hoppeditz auf. (picture alliance / epd-bild / Hans-Juergen Bauer)
    Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Güler, sprach von einem klar politisch motiverten Verfahren. Meinungsfreiheit und Satire seien von grundlegender Bedeutung für eine Demokratie.
    Tilly war in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Er habe sich der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht, erklärte das Gericht zur Begründung. Der Künstler hatte in diesem und den vergangenen Jahren Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug mit Karikaturen von Staatschef Putin gebaut.
    Tilly sagte im Deutschlandfunk Kultur, das Urteil sei eine neue Eskalationsstufe im Kampf zwischen der Meinungsfreiheit und einem totalitärem Regime. Er kündigte an, seine künstlerische Arbeit fortzusetzen.
    Diese Nachricht wurde am 02.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.