Klimaschutz
Bundesregierung plant Ausbau von Windenergie - Umweltorganisationen äußern Zweifel

Das Bundeskabinett will heute ein neues Klimaschutzprogramm beschließen. Die Regierung ist gesetzlich verpflichtet, bis zum Stichtag 25. März ein Programm vorzulegen, wie die Emissionsziele für 2030 erreicht werden sollen.

    Ein Kran baut Windräder auf.
    Die Windenergie soll schneller ausgebaut werden. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
    Umweltminister Schneider und Wirtschaftsministerin Reiche hatten gestern bereits angekündigt, zusätzliche Windenergie-Projekte mit einer Kapazität von zwölf Gigawatt auszuschreiben.
    Die Windkraftbranche hatte gewarnt, dass ​die gesetzlich festgelegten Ausbauziele für Windenergie an Land verfehlt werden könnten und eine Erhöhung ​der staatlichen Förderauktionen gefordert. Es stünden ausreichend ‌genehmigte Projekte bereit, die schnell umgesetzt werden könnten. Deutschland will bis 2030 einen Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von 80 Prozent erreichen.

    Deutsche Umwelthilfe: Klimaziele 2030 sind verbindliches Recht

    Umweltverbände haben die Bundesregierung dazu aufgerufen, Maßnahmen zur Erfüllung des Klimaschutzprogramms zu ergreifen. Die Deutsche Umwelthilfe teilte gegenüber der "Rheinischen Post" mit, sollte die Klimaschutzlücke nicht vollständig geschlossen werden, sei man bereit, das Urteil gegen die Bundesregierung vollstrecken zu lassen. Das Klimaziel 2030 sei verbindliches Recht und nicht -Zitat - "nice-to-have". Im Januar hatte das Bundesverwaltungsgericht frühere Urteile bestätigt, wonach die Bundesregierung das staatliche Klimaschutzprogramm aus dem Jahr 2023 nachschärfen muss, weil die gesetzlichen Ziele nicht eingehalten wurden.
    Auch Fridays for Future zeigte sich skeptisch. Die Sprecherin der Organisation, Kastrup, sagte der "Rheinischen Post", schon lange stehe fest, dass die Hauptprobleme in Deutschland im Verkehrs- und im Gebäudesektor lägen. Aber anstatt auf Lösungen zu setzen, setze Bundeskanzler Merz wider besseren Wissens auf Verbrennerautos sowie Öl- und Gasheizungen.
    Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.