UNO-Konferenz zur Bekämpfung der Wüstenbildung
Bundesregierung spricht trotz fehlender verbindlicher Übereinkunft von Fortschritten

In Saudi-Arabien ist die 16. UNO-Konferenz zur Bekämpfung der Wüstenbildung ohne Einigung auf ein verpflichtendes Abkommen zu Ende gegangen. Die Bundesregierung sprach dennoch von Fortschritten. So habe die Weltbodenkonferenz erstmals einen Beschluss zum Thema Landwirtschaft gefasst, der die Förderung nachhaltiger Landnutzung anstrebe.

    Ein ausgetrockneter Stausee in Katalonien: Im Vordergrund liegt ein Boot auf ausgetrockneter Erde, im Hintergrund sieht man einen Kirchturm
    Die Kirche von Sant Romà de Sau, deren Turm bei maximaler Flutung nur ein Stück aus dem Stausee in Katalonien ragt, war Ende Januar von trockener, aufgerissener Erde umgeben. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Marc Asensio Clupes)
    Ziel sei es, Gesellschaften besser vor den Folgen von Dürren zu schützen und die Ernährungssicherheit zu erhöhen, heißt es in einer Mitteilung.
    Die saudische Konferenzpräsidentschaft sprach sogar von einem Wendepunkt. Es sei gelungen, das internationale Bewusstsein für Desertifikation zu schärfen. Es sei dringend nötig, Böden wiederherzustellen und die Widerstandsfähigkeit gegen Dürre zu beschleunigen, hieß es weiter.

    UNO: Hohe wirtschaftliche Schäden durch Dürren

    Vor allem afrikanische Länder hatten auf ein verpflichtendes Protokoll gehofft, um Böden wieder fruchtbar zu machen und so die Ausweitung von Wüstengebieten zu verhindern. Nun soll in zwei Jahren in der Mongolei weiterverhandelt werden.
    Nach Angaben der UNO verursachen Dürren weltweit pro Jahr Kosten in Höhe von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2050 seien vermutlich 75 Prozent der Weltbevölkerung von extremer Trockenheit betroffen, hieß es in einem anlässlich der Konferenz veröffentlichten Bericht.
    Die Potsdamer Botanikerin Anja Linstädter warnte im Deutschlandfunk Kultur, auch Europa sei inzwischen von Wüstenbildung bedroht. Es werde zu wenig unternommen. Die jüngsten UNO-Konferenzen zu Klima, Biodiversität und Plastikvermeidung waren nach Einschätzung vieler Fachleute ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
    Diese Nachricht wurde am 15.12.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.