Aktionsplan
Bundesregierung will stärker gegen Organisierte Kriminalität vorgehen

Die Bundesregierung will stärker gegen organisierte Kriminalität vorgehen. Das Kabinett brachte einen entsprechenden Aktionsplan auf den Weg. So soll der Informationsaustausch zwischen den Behörden verbessert werden.

    Stefanie Hubig (l-r, SPD), Justizministerin, Lars Klingbeil (SPD)Finanzminister und Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister stellen dort den Gemeinsamen Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität vor.
    Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Zudem sollen digitale Analysebefugnisse erweitert und die Möglichkeiten zur Ermittlung von mutmaßlicher Geldwäsche gestärkt werden. Nach Kabinettsangaben haben das Finanz-, das Justiz- und das Innenministerium den Aktionsplan erarbeitet.
    Wenn Gruppen über längere Zeit organisierte Straftaten begehen, spricht man von Organisierter Kriminalität. Zu diesen Straftaten zählen Geldwäsche, Menschenhandel, Rauschgifthandel, Schutzgelderpressung, Waffenhandel und zunehmend auch Cyberkriminalität.
    Hauptziel dabei ist, illegale Profite konsequent abzuschöpfen, wie Finanzminister Klingbeil (SPD) erklärte. "Der Rechtsstaat verschärft die Gangart. Wir sorgen dafür, dass die Ermittlungsbehörden die Täter an der empfindlichsten Stelle treffen: beim Geld."
    Innenminister Dobrindt (CSU) betonte, das Bundeskriminalamt bekomme dafür mehr Personal und mehr Durchsetzungskraft. Justizministerin Hubig (SPD) wies darauf hin, dass kriminelle Banden auch das Vertrauen in den Rechtsstaat untergrüben. "Täter müssen schnell ermittelt, vor Gericht gestellt und konsequent bestraft werden." 

    "Schmutziges Geld"

    Von den Grünen kam Kritik an dem Aktionsplan. Kriminelle Netzwerke treffe man nicht mit Ankündigungen, sondern indem man ihnen konsequent das Geld entziehe, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Lucks. Dafür brauche es gebündelte Kompetenzen und eine schlagkräftige Struktur, nicht das nächste Kompetenzgerangel und neue Arbeitsgruppen zwischen Zoll und Bundeskriminalamt. "Solange das fehlt, bleibt Deutschland attraktiv für schmutziges Geld", so Lucks.
    Diese Nachricht wurde am 25.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.