Nach Absage der USA
Bundesregierung will zügig eigene Marschflugkörper weiterentwickeln

Nach der Absage der USA, Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, dringt die Bundesregierung auf eigene Fähigkeiten zur militärischen Abschreckung.

    Taurus Marschflugkörper der Firma MBDA, hier ein Exponat auf einer Ausstellung
    Deutschland will seine Verteidigungsfähigkeit stärken - unter anderem mit Taurus-Marschflugkörpern. (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
    Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Er wies darauf hin, dass die Stationierung von Iskander-Raketen in der zu Russland gehörenden Exklave Kaliningrad eine Bedrohung für Europa darstelle. Deshalb arbeite man an einem umfassenden Abschreckungspaket - auf nationaler und europäischer Ebene sowie mit den NATO-Verbündeten.
    Das Verteidigungsministerium verwies auf bereits laufende Anstrengungen. Zum einen werde der deutsche Marschflugkörper Taurus modernisiert, zum anderen sei eine Nachfolgevariante in Arbeit. Ferner gebe es ein europäisches Projekt zur Entwicklung von Präzisionswaffen mit großer Reichweite. Hintergrund der Bemühungen ist die Befürchtung, dass Russland beim derzeitigen Tempo seiner Aufrüstung ab 2029 in der Lage sein könnte, die NATO militärisch anzugreifen. 

    Trump widerruft offenbar Biden-Zusage

    Bundeskanzler Merz hatte am Sonntag Berichte bestätigt, wonach die USA vorerst doch keine Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland stationieren. "Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug", sagte Merz in der ARD. Öffentlich hat sich die US-Regierung in der Frage noch nicht geäußert. 
    Der frühere US-Präsident Biden hatte Deutschland beim NATO-Gipfel vor zwei Jahren zugesagt, erstmals seit dem Kalten Krieg wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen zur Abschreckung in Deutschland zu stationieren, die bis nach Russland reichen.
    Diese Nachricht wurde am 05.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.