
Die SPD-Abgeordnete Dittmar sagte in der Debatte, die Widerspruchslösung könne vielen Menschen die Chance auf ein Weiterleben geben. Der Grünen-Politiker Grau argumentierte, die Frage nach einer Spende überfordere häufig die Angehörigen, wenn der Verstorbene seinen Willen nicht festgelegt habe.
Die AfD-Parlamentarierin Storch warf den Befürwortern dagegen vor, die Bürger unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. Die Linken-Politikerin Merendino nannte als Voraussetzung für eine Entscheidung über die Widerspruchslösung eine verbesserte Aufklärung.
Die Orientierungsdebatte sollte die Grundlage für weitere Beratungen im Bundestag bieten. Hierzu kritisierte die CDU-Abgeordnete Connemann, man verschiebe die Debatte immer wieder auf morgen - doch für viele Menschen gebe es bald kein Morgen mehr.
Stiftung Patientenschutz gegen Widerspruchsregelung
Vor der Bundestagsdebatte kam Kritik von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Ihr Vorstand Brysch sagte, zum dritten Mal in acht Jahren führe der Bundestag eine Orientierungsdebatte. Anscheinend solle so lange beraten und abgestimmt werden, bis ein passendes Ergebnis vorliege. Neue Argumente fehlten aber.
Brysch sprach sich gegen das Vorhaben aus, eine Widerspruchsregelung einzuführen. Damit würde jeder Bürger zum potenziellen Organspender, der nicht ausdrücklich widersprochen hat. Brysch betonte, Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit dürfe es ohne Zustimmung der Betroffenen niemals geben. Es sei ein Irrglaube, dass sich mit der Widerspruchslösung die Zahl der Organspender erhöhen ließe.
Diese Nachricht wurde am 25.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



