
Müller
sagte im Deutschlandfunk
, er wolle die CDU wieder in der Breite sichtbar machen. Er bezeichnete es als eine Mammutaufgabe, Sachsen-Anhalt auf den richtigen Weg zu bringen. Dabei schloss er eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei aus. Die CDU müsse klare politische Leitplanken haben, sonst verliere sie ihre Glaubwürdigkeit, betonte der 37-Jährige.
Müller gilt als Kritiker Schulzes und war für Äußerungen kurz vor der Wahl auch von Kanzler Merz und Unionsfraktionschef Frei kritisiert worden. "Sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann hat Ulrich Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag", hatte Müller wenige Tage vor der Wahl im "Politico"-Podcast "Berlin Playbook" gesagt. Müller sprach aus, was manche dachten - doch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Kanzler und CDU-Chef Merz rügte Müller deshalb gestern öffentlich sehr deutlich - ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. Er habe in den Parteigremien darauf hingewiesen, "dass es niemand verstanden hat, dass wenige Tage vor dem Wahltermin ein stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion dem eigenen Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, wie das drei Tage vor der Wahl bis zum gestrigen Tag anhaltend geschehen ist", sagte Merz vor Journalisten.
Landes-Spitzenkandidat bei der vergangenen Bundestagswahl
Sepp Müller gehört dem Bundestag seit 2017 an. Auch vier Jahre später holte er das Direktmandat im Wahlkreis Dessau-Wittenberg. 34,3 Prozent der Wähler stimmten damals für den gelernten Bankkaufmann aus Gräfenhainichen - das war das beste Erststimmenergebnis der CDU im Osten. Danach stieg er zum Fraktionsvize der Union auf. Vor der Bundestagswahl 2025 wurde Müller zum Spitzenkandidaten der CDU in Sachsen-Anhalt gekürt. Doch dass er in der Partei nicht unumstritten ist, belegte sein Ergebnis - es fiel mit einer Zustimmung von rund 81 Prozent überschaubar aus.
Mehr Fokus auf ostdeutsche Bundesländer gefordert
Müller zeigte sich im Sommer 2025 unzufrieden mit der eigenen Arbeit in der schwarz-roten Regierungskoalition. Er verwies etwa auf die schwierige Lage im Osten. "Die Einsicht, dass wir als bürgerliche Mitte auseinanderfallen, wenn wir weitermachen wie bisher - diese Erkenntnis ist im Osten schon fünf Jahre weiter", betonte Müller. Er ist ein Befürworter einer strikten Reformagenda, sagte jedoch etwa mit Blick auf die geplanten Rentenreform dem Magazin "Stern", im Osten sei die gesetzliche Rente für viele Ruheständler nahezu die einzige Einkommensquelle. Private und betriebliche Vorsorge spielten eine deutlich geringere Rolle. Wer die Zukunft der Rente neu ordnen wolle, müsse das anerkennen und in den Maßnahmen der Rentenreform sichtbar machen.
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Briefing: Sachsen-Anhalt - Blauer Erfolg stürzt CDU in die Krise
Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
