
Der 52-Jährige Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft sagte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Alle sagen immer, dass wir in die gleiche Richtung gehen wollen und dass der Frauenfußball ganz oben steht. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Die anderen Ligen schlafen nicht".
Er wünsche sich, dass das Niveau der Bundesliga immer mehr steige. "Davon profitieren alle: Vereine, Spielerinnen, Zuschauer, Sponsoren – und das Nationalteam", sagte Wück vor dem WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballerinnen gegen Slowenien in Dresden.
"Schiedsrichterbereich muss professionalisiert werden"
Professionalisierung in all ihren Facetten sei für ihn das Schlüsselwort. Das beinhalte seiner Meinung nach eine professionellere Infrastruktur, Trainingsbetrieb mit Physiotherapie, Athletikzentren und eine individuelle Betreuung. Auch der Schiedsrichterbereich müsse professionalisiert werden, so Wück. "Wir können nicht die ganze Zeit über Leistungen schimpfen, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind."
Der DFB-Chefcoach sieht das deutsche Nationalteam unter den Top-Nationen mit Schweden, Frankreich, England, Spanien und den USA. "Die Bundesliga sehe ich auf Augenhöhe mit der französischen und hinter der englischen Liga", sagte er.
Hintergrund zur Auseinandersetzung um Frauen-Bundesliga
Im Gegensatz zur Bundesliga bei den Männern, fehlt im Frauenfußball eine verlässliche Finanzierung. Die Gründung einer GmbH zur Vermarktung des Bundesligabetriebs, vor allem mit Mitteln aus der Vergabe von TV-Rechten, war zuletzt gescheitert. Die 14 Erstligisten und der DFB hatten zunächst geplant, die GmbH gemeinsam zu gründen. Am 10. Dezember 2025 formierte sich dann auf Seiten der Klubs ein eigener Ligaverband. Grund dafür waren Uneinigkeiten mit dem DFB über Entscheidungsbefugnisse und Finanzierungsfragen. Der neu gegründete Ligaverband FBL e.V. sucht derzeit in Arbeitsgruppen nach Lösungen.
Der Verband wollte ursprünglich knapp über 100 Millionen Euro für die kommenden acht Jahre in das zunächst angedachte Joint Venture geben und hatte dann den geplanten Ablauf des TV-Rechte-Verkaufs gestoppt. Die Auktion soll nicht wie geplant im Frühjahr, sondern erst im Herbst erfolgen - wenn vielleicht abzusehen ist, wann die Bundesliga-Reformen tatsächlich greifen sollen.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen spielt heute (17.45 Uhr/ARD) in Dresden gegen Slowenien.
Diese Nachricht wurde am 03.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
