Sommerreise
Bundesumweltminister Schneider stellt Eckpunkte für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere vor

Bundesumweltminister Schneider hat im Rahmen seiner Sommerreise Eckpunkte für einen Aktionsplan zum Schutz der Meere vorgestellt. Eines der größten Probleme der Ostsee wie auch der Nordsee sei die Eutrophierung, sagte der SPD-Politiker auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern.

    Sassnitz: Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, fährt auf einem Schlauchboot auf der Ostsee.
    Bundesumweltminister Schneider setzt seine Sommerreise fort. (Stefan Sauer / dpa / Stefan Sauer)
    Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor gelangten aus Landwirtschaft, Abwasserbehandlung, Verkehr oder Industrie ins Meer. Man plane daher ein Modellprojekt zu meeresfreundlicher Landwirtschaft, so Schneider. Ein Übermaß an Nährstoffen begünstigt ebenso wie die steigenden Temperaturen das Wachstum von Algen. Wenn diese abgebaut werden, entzieht das dem Wasser Sauerstoff, den Meerestiere wie Fische zum Leben brauchen - es entstehen "Todeszonen" im Wasser.

    Schwerpunkte: Bergung von Geisternetzen und Altmunition

    Als wichtige Aufgabe nannte der Bundesumweltminister auch die Bergung von sogenannten Geisternetzen. Das sind Netze, die herrenlos durchs Meer treiben. Sie gefährden Meeresbewohner und verschmutzen das Wasser durch Mikroplastik, wenn sie sich zersetzen. Der SPD-Politiker machte auf Rügen einen Tauchgang, um sich die Folgen von Erderwärmung und Verschmutzung des Meeres anzusehen. Schneider brachte einen Teil eines sogenannten Geisternetzes mit an die Oberfläche.
    Geplant ist unter anderem, Sammel- und Entsorgungsstrukturen in Häfen zu schaffen. Zudem soll die Identifizierung und Bergung verbessert werden, etwa durch Markierung von Fanggeräten oder gemeinsamen Datenbanken. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Bergung von Altmunition aus Nord- und Ostsee. Das Bundesumweltministerium stellt dazu Finanzmittel in Aussicht.

    Aktionsplan zusammen mit anderen Ministerien

    In den kommenden Monaten werde man zusammen mit den anderen Ministerien einen Aktionsplan erarbeiten, der als strategisches Dach für die Meeresschutzpolitik der Bundesregierung dienen solle, erläuterte Schneider. In den vergangenen Jahren sei schon einiges in Bewegung gesetzt worden, um die Meere zu schützen – national wie international. Darauf wolle er aufbauen und weiter vorangehen.
    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verlangte strenge Düngeregelungen. Die Dorsch- und Heringspopulationen seien schon jetzt kollabiert, erklärte die Meeresexpertin von Schaper. Das Artensterben schreite voran.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.