Deutschlandfunk-Recherche
Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager - Minister nach eigenen Angaben nicht informiert

Bundesumweltminister Schneider war nach eigener Darstellung nicht über einen Referentenentwurf aus seinem Haus zum geplanten Atommüllendlager informiert.

    Zu sehen ist ein Infostandstand in Würfelform. Auf den Seiten ist das Zeichen für Radioaktivität abgebildet. Darüber steht geschrieben: „Info Endlagersuche“.
    Ein Infostand zur Endlagersuche - aufgenommen auf dem Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)
    In dem Entwurf, der dem Deutschlandfunk vorliegt, wird kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über den Standort genannt. Bisher war das Jahr 2031 anvisiert worden. Schneider sagte im Bundestag, er habe von diesem Entwurf keine Kenntnis gehabt. Vielmehr habe er sein Ministerium angewiesen, die Maßnahmen zur Suche nach einem Endlager zu beschleunigen. Dieses dürfe nicht erst im nächsten Jahrhundert gebaut werden.
    Vor zwei Jahren war durch Recherchen des Deutschlandfunks bekannt geworden, dass die Suche nach einem Standort für das Endlager bis in die 70er-Jahre dauern könnte. Radioaktiver Müll lagert derzeit in 16 Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern.
    Diese Nachricht wurde am 04.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.