
Demnach waren 2.690 junge Männer und 441 junge Frauen bei Dienstantritt 17 Jahre. Das entspreche rund 12,5 Prozent aller neuen Soldaten und sei ein neuer Höchstwert, teilte die Linke mit. Fraktionschefin Reichinnek nannte die Entwicklung fatal und warf der Bundesregierung eine unverantwortliche Rekrutierungspraxis vor. Die Bundeswehr werbe offensichtlich mit Erfolg gezielt an Schulen um Nachwuchs.
Erschreckend sei in diesem Zusammenhang auch die Anzahl von 638 Minderjährigen, die im vergangenen Jahr vorzeitig ihr Dienstverhältnis beendeten, betonte die Linken-Politikerin. Die meisten kündigten, einige wurden auch entlassen.
Organisationen fordern Gesetzesänderung
Mehrere Organisationen riefen Verteidigungsminister Pistorius (SPD) in einem offenen Brief auf, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben und Bundeswehr-Werbung bei Minderjährigen zu beenden. Die Bundeswehr sei "eine der Armeen mit den meisten minderjährigen Soldatinnen und Soldaten weltweit“, kritisierte Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes. 150 Länder weltweit, darunter 24 Nato-Staaten, hielten sich an die Altersvorgabe der Vereinten Nationen von 18 Jahren für Rekruten.
Der Dienst in der Bundeswehr ist mit Einverständnis der Eltern vom vollendeten 17. Lebensjahr an zulässig. Dabei gelten Auflagen und Einschränkungen.
Diese Nachricht wurde am 27.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
