Verteidigungsministerium
Bundeswehr schickt Erkundungsteam nach Grönland

Die NATO-Staaten Deutschland, Schweden und Norwegen entsenden vor dem Hintergrund der US-Ansprüche auf Grönland Militärpersonal auf die Insel. Das Bundesverteidigungsministerium teilte am Abend mit, ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M werde morgen früh 13 Bundeswehrangehörige in die Hauptstadt Nuuk fliegen.

    Das Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, hier das Eingangsgebäude des Bendlerblocks am Landwehrkanal bei Nacht.
    Das Bundesverteidigungsministerium hat mitgeteilt, dass Deutschland Angehörige der Bundeswehr nach Grönland schickt. (picture alliance / ZB)
    Die Entsendung erfolge auf Einladung Dänemarks und habe zum Ziel, gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden", beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung. Die Erkundung soll bis zum 17. Januar, also bis Samstag dauern. Zuerst hatte die Bild-Zeitung berichtet.
    Norwegen wird nach eigenen Angaben zwei Soldaten entsenden, Schweden schickt einige Offiziere. Inzwischen kündigte laut der Nachrichtenagentur AFP auch Frankreich an, sich zu beteiligen. Details wurden zunächst nicht bekannt.

    Grönland-Gespräche in Washington ergebnislos

    Die Ankündigungen folgen auf wiederholte Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begründet das mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung wegen einer Bedrohung durch China und Russland. Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit auch Teil der NATO und Bündnispartner der USA.
    Unterdessen berieten Vertreter Dänemarks und Grönlands mit der US-Regierung in Washington über die Zukunft Grönlands. Der Streit über die Insel konnte bei dem Treffen jedoch nicht beigelegt werden. Der dänische Außenminister Rasmussen sprach anschließend von grundlegenden Meinungsverschiedenheiten.
    Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.