
"Wasser ist unsere wertvollste Ressource", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider bei der Vorstellung der neuen Plattform in Berlin. Niedrige Pegelstände und ausgetrocknete Böden seien wegen des Klimawandels längst keine Ausnahme mehr. Schneider verwies auch auf die hohen Folgekosten von Wassermangel. Aktuelle Studien hätten ergeben, dass pro Jahr ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 25 Milliarden Euro entstünde, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen würden. Darin eingerechnet seien Ernteausfälle, steigende Wasserpreise und unterbrochene Lieferketten bei Niedrigwasser.
Bislang lagen Informationen zur Niedrigwasserlage nur regional und methodisch uneinheitlich vor. NIWIS bereitet den Angaben zufolge Daten zu Wasserständen, Bodenfeuchte und Niederschlägen bundesweit vergleichbar auf.
Umweltministerin Walker fordert sparsameren Umgang mit Wasser
Die baden-württembergische Umweltministerin Walker hat vor dem Hintergrund der aktuellen Lage eine effizientere Nutzung von Wasser gefordert. Bevölkerung, Wirtschaft und Politik müssten zusammenarbeiten, um den Wasserverbrauch so gut wie möglich zu reduzieren, sagte die Grünen-Politikerin im Deutschlandfunk. In Baden-Württemberg werde seit Jahren gemeinsam mit Versorgungsunternehmen an einer sogenannten Wassermangelstrategie gearbeitet, um die Wasserversorgung in Hitzeperioden wie zurzeit sicherzustellen.
Die Anpassung an Folgen des Klimawandels sei zwar wichtig, erklärte Walker, doch vor allem komme es auf vorausschauenden Klimaschutz an. Wasser sei nicht nur "ein kostbares Gut" und ein Lebensmittel, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, betonte die Umweltministerin. So würden beispielsweise die Schifffahrt auf großen Wasserstraßen durch Niedrigstände massiv beeinträchtigt und die Erträge in der Landwirtschaft verringert.
München verhängt "Wasserverbot", Thyssenkrupp drosselt Produktion
Angesichts monatelanger Trockenheit und wochenlanger Hitze verbietet München die Wassernutzung für bestimmte Zwecke. Das gilt vorläufig bis zum 1. August für Trink- und Grundwasser sowie Oberflächengewässer, wie die bayerische Landeshauptstadt mitteilte. Untersagt sind etwa das Bewässern privater Rasen- und Hofflächen, das Befüllen privater Schwimmbecken und Springbrunnen sowie die Autowäsche außerhalb gewerblicher Waschanlagen. Bei Missachtung der Verbote können Geldbußen bis zu 50.000 Euro verhängt werden.
Derzeit zeigen viele Flusspegel Niedrigwasser an. Betroffen ist unter anderem auch die Rheinschifffahrt. Als Folge reduzierte etwa die Stahltochter des Industriekonzerns Thyssenkrupp ihre Produktion. Die sich verschärfende Situation habe bereits Auswirkungen auf die Rohstoffversorgung des Duisburger Werks, teilte der Konzern mit.
Diese Nachricht wurde am 15.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
