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Callcenter in Hochschulen?

Mehr als 6400 Mal klingelten die Telefone der Freien Universität Berlin im letzten Jahr, weil die Anrufer eine Auskunft begehrten - fast 800 Mal mehr als im vergangenen Jahr. Briefe sind rückläufig, dafür häufen sich e-mail-Anfragen. Eine Belastung, die von den Mitarbeitern kaum mehr zu bewältigen ist.

    Studienberater aus fast 70 deutschen Universitäten haben sich darum auf den Weg nach Berlin gemacht, wo sie bis heute über den möglichen Einsatz von Call-Centern debattieren. Eingesetzt werden soll allerdings nicht deren Personal, sondern nur - Stichwort Rufweiterleitung - deren bewährte Technik. Die Fragen der Studierenden sollen weiterhin die bewährten studentischen Hilfskräfte beantworteten, sagte Hans-Werner Rückert, Leiter der Zentraleinrichtung Studienberatung und Psychologische Beratung der FU-Berlin. Die bisherigen Mitarbeiter seien häufig überlastet. Zudem passiere es bei der Vielfalt von Ansprechpartnern bisweilen auch, dass die Hörer niemanden erreichten. Bei einem Callcenter hingegen sei immer jemand in der Leitung. Fragen, die studentische Hilfskräfte bislang im persönlichen Gespräch im Studentensekretariat beantworteten, könnten dann auch telefonisch geklärt werden - und zwar durchaus auch zu später Uhrzeit: Bei der jährlich stattfindenden langen Nacht der Studienberatung nähmen die Studenten die Beratung gerne und wie selbstverständlich auch gegen 23 Uhr wahr - und seien so erheblich flexibler als die üblichen Bediensteten der Bürokratie.