Steuerreform
CDU-Finanzpolitiker Güntzler stellt sich gegen Vorschlag von Wirtschaftsforschern zum Ehegattensplitting: "Glaube den Studien nicht in Gänze"

Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Güntzler, lehnt den Vorschlag renommierter Ökonomen für eine Reform des Ehegattensplittings ab.

    Der CDU-Politiker Fritz Güntzler steht im dunklen Anzug an einem Rednerpult im Bundestag und spricht. Er hat seine Hände auf den Unterlagen, vor ihm stehen Mikrofone und ein Wasserglas.
    Der finanzpolitischer Sprecher der Union im Bundestag, Fritz Güntzler (Archivfoto vom November 2025). (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
    Er stellte im Deutschlandfunk Erkenntnisse der Wirtschaftsforscher infrage, etwa, dass die bisherige Regelung Arbeitsanreize senke. Güntzler sagte, er glaube den Studien nicht in Gänze. Der CDU-Politiker warf den Ökonomen vor, ein falsches Gesellschaftsbild zu haben. Er betonte, Ehepaare müssten individuell entscheiden können, wie sie ihr Leben und Einkommen gestalteten.
    Eine Reform des Ehegattensplittings wird von Wirtschaftsforschern aus unterschiedlichen Lagern unterstützt, darunter die Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, Schnitzer, der Präsident des Ifo-Instituts Fuest und DIW-Präsident Fratzscher. In einem offenen Brief an die Bundesregierung hieß es, das heutige System begünstige vor allem Partnerschaften, in denen meist der Mann gut verdiene und die Frau nur wenig oder gar nicht arbeite. Dies könne man sich in Zeiten des Fachkräftemangels nicht erlauben. Die Ökonomen sprechen sich für eine gezieltere Entlastung von Ehepaaren mit Kindern aus.
    Diese Nachricht wurde am 04.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.