
Die Nachrichtenagentur AFP meldet, in der benachbarten marokkanischen Stadt Fnidek seien Hunderte Menschen angekommen, die Ceuta als Ziel genannt hätten. In den vergangenen Tagen hatten bereits Tausende die Exklave erreicht.
Der Großteil schwamm von marokkanischem Gebiet aus. Mindestens neun Menschen ertranken. Auslöser war offenbar eine Entscheidung des spanischen Obersten Gerichts, dass über das Meer eintreffende Migranten nicht ohne ordnungsgemäßes Verfahren zurückgeschickt werden dürfen.
EU-Kommission bietet Hilfe an
Der Grenzschutz der Exklave brach aufgrund des hohen Andrangs zusammen. Die spanische Regierung hatte einen Einsatz des Militärs angekündigt. Unter anderem sollen Dutzende Soldaten und ein Militärschiff nach Ceuta verlegt werden. Regierungschef Sánchez und Innenminister Grande-Marlaska sollen heute nach Ceuta reisen.
Die EU-Kommission bot Spanien Hilfe an. Der für Migration zuständige Kommissar Brunner erklärte, man könne etwa die Europäische Grenzschutzagentur Frontex einsetzen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Außerdem stehe man mit marokkanischen Behörden in Kontakt.
Italien fordert Ausschluss Spaniens aus Schengen-Raum
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, forderte Italiens rechtsgerichtete Regierung angesichts der Bilder aus Ceuta, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Spanien bestellte daraufhin den italienischen Botschafter ein.
Die Exklave ist offiziell EU-Gebiet, gehört aber nicht zum Schengen-Raum.
Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
