Resolution
Chefankläger am internationalen Strafgerichtshof offenbar abgesetzt

Die Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs haben Diplomatenkreisen zufolge den Chefankläger Khan abgesetzt. Bei einer Abstimmung in New York sei eine Mehrheit für eine entsprechende Resolution zustande gekommen, berichten übereinstimmend mehrere Nachrichtenagenturen.

    Der britische Anwalt Karim Khan seit 2021 Chefankläger in Den Haag
    Der britische Anwalt Karim Khan seit 2021 Chefankläger in Den Haag (picture alliance / dpa / Christophe Gateau)
    Der britische Anwalt war Anfang Juni wegen Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens suspendiert worden. Medienberichten zufolge wird Khan vorgeworfen, eine Mitarbeiterin seines Büros mehrmals sexuell belästigt zu haben. Khan weist die Vorwürfe zurück. Er hatte sein Amt deswegen bereits seit Mai vergangenen Jahres ruhen lassen.
    Khan hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu und gegen den russischen Präsidenten Putin wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen erlassen. US-Präsident Trump sanktionierte den Chefankläger insbesondere aufgrund seines Vorgehens gegen Netanjahu. Unter anderem wurden US-Vermögenswerte von Khan eingefroren und ein Einreiseverbot gegen ihn in die USA erlassen.
    Diese Nachricht wurde am 24.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.