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StartseiteMusikszeneLang Langs Erben23.03.2015

China im Zentrum der Klassik-Musikindustrie Lang Langs Erben

Wer hätte das gedacht: Das erste Orchester Chinas ist älter als die Berliner Philharmoniker. Es waren die Kolonialherren aus Europa und den USA, welche die westliche Klassik im Reich der Mitte einführten. Nach vier Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft, unter der alle westlichen Einflüsse rigoros verbannt waren, ist die klassische Musik nach China zurückgekehrt - mit Macht.

Von Michael Struck-Schloen

Der chinesische Pianist Lang Lang spielt Klavier mit jungen Leuten (picture alliance / dpa / Robin Van Lonkhuijsen)
Musikalisches Aushängeschild im Westen: der chinesische Pianist Lang Lang (picture alliance / dpa / Robin Van Lonkhuijsen)

So wie die Massen von klingelnden Radfahrern aus dem Straßenbild chinesischer Großstädte verschwunden sind, so findet man die Pekingoper und das revolutionäre Ballett der Mao-Zeit nur noch in staatlich geförderten 'Reservaten'. Mehr als 30 Millionen Klavierschüler, zwölf Orchester allein in der Hauptstadt Peking, neue Konzertsäle, ein musikvernarrtes junges Publikum, das sich für Mozart und Richard Strauss erwärmt: China wird heute von einer Welle der Klassikbegeisterung erfasst. Unter dem Einfluss von visionären Köpfen wie dem Dirigenten Long Yu, der die Musikliebe und das Repräsentationsbedürfnis im neuen China geschickt ausnutzt, hat sich eine Infrastruktur herausgebildet, die auch für den westlichen Markt zunehmend interessant und auch gefährlich wird.

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