Raumfahrt
Chinesische Sonde "Tianwen 2" erreicht Asteroiden Kamo'oalewa

Die chinesische Raumsonde "Tianwen 2" hat nach rund 400 Tagen Flug den erdnahen Asteroiden Kamo'oalewa erreicht. Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA teilte mit, die Sonde habe sich dem Himmelskörper erfolgreich bis auf 20 Kilometer genähert und mit der wissenschaftlichen Erkundung begonnen.

    Die Sonde Tianwen-2 auf ihrer Trägerrakete, die beim Start Feuer ausstößt
    Die Sonde Tianwen-2 bei ihrem Start in der chinesischen Provinz Sichuan im Mai 2025 (picture alliance / Xinhua News Agency / Cai Yang)
    Rund eine Milliarde Kilometer habe die Sonde seit ihrem Start zurückgelegt. Bereits im Juni hatte sie den Asteroiden demnach erstmals erfasst, in rund 30.000 Kilometern Entfernung ein Kontrollmanöver ausgeführt und sich seitdem schrittweise genähert.
    Kamo'oalewa ist ein sogenannter Quasi-Mond der Erde: Der nur einige Dutzend Meter große Brocken umkreist die Sonne nahezu im Gleichtakt mit der Erde. Einige Forscher vermuten, dass es sich um ein Bruchstück des Mondes handeln könnte, das bei einem Einschlag ins All geschleudert wurde. Mehr Klarheit sollen erst Laboranalysen der Proben bringen, unter anderem über Isotopenverhältnisse.

    Proben sollen zur Erde gebracht werden 

    Die chinesische Sonde "Tianwen 2" war Ende Mai 2025 vom Weltraumbahnhof Xichang gestartet. Die Sonde soll den Asteroiden nun aus der Nähe kartieren und eine kleine Menge Material einsammeln. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl, darunter ein kurzes Aufsetzen nach dem Vorbild japanischer und amerikanischer Missionen sowie eine bislang nie erprobte Verankerung auf der Oberfläche.
    Die Rückkehrkapsel mit den Proben soll Ende 2027 auf der Erde landen. China wäre damit nach Japan und den USA das dritte Land, das Material von einem Asteroiden zur Erde bringt.
    Diese Nachricht wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.