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StartseiteCorsoErfolg und Einfluss mit dem Schwein05.02.2019

Chinesisches NeujahrErfolg und Einfluss mit dem Schwein

Das chinesische Neujahr steht unter dem Zeichen des Schweins und soll Reichtum und Glück bringen. Auch in Deutschland stoße das Fest auf großes Interesse, sagte Katja Yang vom Bonner Konfuzius-Institut im Dlf. Doch unter die Faszination mischt sich auch die Furcht vor kultureller Dominanz.

Katja Yang im Corsogespräch mit Adalbert Siniawski

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Ein Chinese trägt eine Schweinsmaske (EPA (Diego Azubel / dpa))
Chinesen feiern Neujahrsfest und begrüßen das Jahr des Schweins (EPA (Diego Azubel / dpa))
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Happy New Year – heute ist laut Lunisolarkalender ein neues Jahr angebrochen. Das chinesische Neujahr wird mittlerweile auch in Deutschland gefeiert - nicht nur von den rund 120.000 chinesischen Staatsbürgern, die hierzulande Leben. Auch in den deutschen Partnerstädten werden Neujahrsfeste zelebriert – ganz groß etwa auf dem Potsdamer Platz in Berlin, der Partnerstadt Pekings.

Festessen, Böller und Geld-Geschenke

In der Nacht zum Dienstag begann das Jahr des Erd-Schweins. Es wird in China wie auch in Europa als Glücksbringer und Symbol des Reichtums verehrt und war bei den Neujahrsfeiern auf Mützen, Masken und Lampions zu sehen. "Das ist ein Abend, an dem die ganze Familie zusammenkommt, wie Weihnachten und Silvester zusammen", sagte Katja Yang, Direktorin des Konfuzius-Instituts in Bonn. Wichtig sei das Zusammensein mit der Familie, ab Mitternacht werde Geböllert, man gucke sich im Fernsehen die Neujahrs-Gala an, es gebe Neujahrs-Lampen-Ausstellungen und die Kinder bekämen Geld-Geschenke - heute statt in den traditionellen roten Briefumschlägen immer häufiger digital per Überweisung mit der chinesischen Kommunikations-App "We Chat".

In ihrem Kulturinsitut verspürt Yang ein "sehr großes Interesse" an der chinesischen Kultur. Konfuzius-Institute sollen die chinesische Sprache im Ausland fördern und das Wissen über das Land zu vermehren. So gebe es am Bonner Institut nicht nur wissenschaftliche Vorträge, sondern auch Bildungsangebote für alle.

Furcht vor der Übermacht 

Leiterin des Konfuzius-Instituts in Bonn: Katja Yang blickt vor dem Corso-Comic-Plakat in die Kamera (Deutschlandradio/Kerstin Janse)Leiterin des Konfuzius-Instituts in Bonn: Katja Yang (Deutschlandradio/Kerstin Janse)Und doch schwingt bei den Deutschen neben der Faszination für die Traditionen aus dem Fernen Osten auch immer eine Furcht mit – vor der realen Macht Chinas in Politik und Kultur, etwa durch Zensur im Internet, ein soziales Punktesystem und Beschränkung von kritischen Künstlerinnen und Künstlern. "Ich selber sehe als Teil meiner Aufgabe, die Freundschaft zwischen den Völkern zu stärken, den Blick für eine andere Welt zu öffnen, wie Chinesen die Welt sehen", sagte Yang im Deutschlandfunk. "Wir würden weiterkommen, wenn man sich dieser Sicht zumindest einmal öffnen würde." Im Westen gefeierte, kritische Künstler wie Ai Wei Wei stießen bei vielen Chinesen auf Unverständnis. "Es gibt oft die Meinung, dass man als Künstler, wenn man die Regierung kritisiert, im Westen automatisch erfolgreich ist, und dass es gar nicht darauf ankommt, wie wertvoll die Kunst ist."

Generell habe sich das Land wirtschaftlich und stadtplanerisch in den vergangenen Jahren enorm entwickelt - aus Hütten würden Hochhäuser. "Es ist ein sehr modernes Land." Aber auch kulturell entwickele sich China schnell weiter: "Wenn man sich anschaut, wie vielfältig diese kulturelle Landschaft jetzt ist, wo vor 40 Jahren gar nichts war, dann bin ich doch sehr optimistisch." 

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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