Dienstag, 09. August 2022

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Christenverfolgung im Irak
"Ende einer 5.000 Jahre alten Geschichte"

Mit der Vertreibung der Christen aus Mossul gehe dort eine 5.000 Jahre alte Geschichte zu Ende, sagte Emanuel Youkana, Erzdiakon der Assyrischen Kirche des Ostens, im DLF. Neben dem menschlichen Leid schmerze vor allem die Zerstörung der Gotteshäuser. Unglaubliche Schätze gingen damit verloren.

Emanuel Youkana im Gespräch mit Thielko Grieß | 07.08.2014

    Vermummte, mit Raketenwerfern und Maschinengewehren bewaffnete Männer stehen vor einer Mauer.
    Die Terrormiliz Islamischer Staat vertreibt die Christen aus dem Irak. (picture alliance / dpa / Mohammed Jalil)
    Vor allem humanitäre Hilfe benötigten die aus der irakischen Stadt Mossul vertriebenen Christen, sagte Emanuel Youkana, Erzdiakon der Assyrischen Kirche des Ostens, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Ebene von Ninive sei das Gebiet, in dem die Menschen Zuflucht suchten. "Dort gibt es keine Infrastruktur", sagte der Erzdiakon. Die Menschen hätten dort nichts.
    Besonders schlimm sei die Zerstörung und Brandschatzung der von den Christen in Mossul zurückgelassenen Kirchen. Mossul ist die alte biblische Stadt Ninive. Mit der Vertreibung der Christen durch die islamistische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehe dort eine 5.000 Jahre alte Geschichte grausam zu Ende. Nur eine politische Lösung, die im Irak gefunden werden müsste, könne die Situation wieder stabilisieren.
    Lesen Sie hier in Kürze das vollständige Interview mit Emanuel Youkana.