Katholikentag
Claus fordert von Kirchen mehr Druck auf den Staat zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Claus, hat von den Kirchen mehr Druck auf den Staat verlangt.

    Eine Gesprächszene während der Podiumsdiskussion "Kann der Täter Richter sein" auf dem Katholikentag in Würzburg zeigt die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus mit Mikrofon in der Hand, links von ihr sitzt Manfred Schmitz, rechts Bischof Franz Jung.
    Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, auf dem Deutschen Katholikentag in Würzburg mit Bischof Franz Jung (r.) und Manfred Schmitz (l.) vom Betroffenenbeirat. (epd / IMAGO / Daniel Peter)
    Beim Deutschen Katholikentag in Würzburg rief sie dazu auf, bei den Bundesländern auf unabhängige Aufarbeitungskommissionen zu drängen. In Bayern etwa gebe es keine einzige Struktur, nicht einmal eine interministerielle Arbeitsgruppe. Aufarbeitung bedeute nicht allein strafrechtliche Verfolgung, führte Claus aus. Es gehe auch um Rechenschaftspflichten, Verantwortungsübernahme und unabhängige Aufklärung. Ziel müsse eine nachholende Gerechtigkeit für Betroffene sein. Dafür brauche es staatliche Leitplanken und gesellschaftlichen Druck. Der Würzburger Bischof Jung betonte, man habe das Thema mehrfach gegenüber der Politik angesprochen. Auch er wünsche sich mehr Engagement des Staates. Die Kirche könne die Aufgabe nicht allein bewältigen.
    Heute werden unter anderem Bundeskanzler Merz und Bundestagspräsidentin Klöckner in Würzburg erwartet.
    Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.