Bundesbeauftragte
Claus: Schulen unzureichend auf Fälle von Kindesmissbrauch durch Lehrer vorbereitet

Schulen sind nach Einschätzung der Bundesbeauftragten gegen Kindesmissbrauch, Claus, unzureichend auf Fälle sexualisierter Gewalt durch Lehrkräfte vorbereitet.

    Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, bei einer Pressekonferenz
    Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus (Archivbild). (picture alliance / epd-bild / Christian Ditsch)
    Es fehle an Wissen über Täterstrategien und Vorgehensweisen, sagte sie dem Tagesspiegel. Auch bei der Schulaufsicht, die disziplinarisch für die Prüfung solcher Vorwürfe zuständig sei, gebe es einen Mangel. Claus fordert verpflichtende Schulungen in allen Bundesländern. Ein weiteres Problem sei das Schweigen der Schulen. Vorfälle würden selten aufgearbeitet, Betroffene fänden kein Gegenüber. Zudem meldeten Schulen viele Fälle nicht den Unfallkassen - obwohl Betroffene Anspruch auf Erstattung von Therapiekosten oder Renten haben könnten. Claus spricht von einem "Skandal". Für den Spätsommer kündigte sie eine bundesweite Befragung von Neuntklässlern zu Gewalterfahrungen an.
    In der Vergangenheit gab es mehrfach Missbrauchsfälle an Schulen. Aktuell steht in Berlin ein Lehrer wegen Sexualdelikten gegen mehrere Schülerinnen vor Gericht. Für Freitag wird das Urteil erwartet.
    Diese Nachricht wurde am 10.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.