Vor drei Jahren wurde dem Patienten ein Lungenflügel entfernt. Wegen Krebs. Jetzt begibt sich der 56-jährige Mann auf den Untersuchungstisch eines Computertomographen in der Medizinischen Hochschule Hannover. Dr. Herbert Rosenthal begleitet die Untersuchung
".... wir können jetzt hier erkennen, dass das Kontrastmittel eingespritzt wird. Unter dem Einspritzen werden bereits orientierende Bilder gemacht. Und ist jetzt nach etwa 15 bis 20 Sekunden, nachdem das Kontrastmittel gegeben worden ist, der Fall. Und der gesamte Scan jetzt von Lunge und Bauch geht in einem "Atemstillstand", der hier in diesem Fall 20 Sekunden maximal dauert. "
Was wissen eigentlich Ärzte, die keine radiologische Zusatzausbildung haben, von der Strahlenbelastung solcher Untersuchungsverfahren? Dr. Christoph Heyer vom Institut für Radiologie der Ruhruniversität Bochum fragte nach: Bei 119 Ärzten aus Chirurgie, Innerer Medizin, Anästhesie und Neurologie.
"Ja, wir haben die Kolleginnen und Kollegen mit einem anonymisiert ausgewerteten Fragebogen konfrontiert und haben letztendlich feststellen können, dass es auf Seiten der nichtradiologisch tätigen Kollegen, nämlich derjenigen, die uns ihre Patienten zu den Untersuchungen überweisen, doch zum Teil gravierende Unkenntnis, insbesondere in Hinblick auf die Strahlenexposition von den Untersuchungen vorliegt, die mit einer hohen Strahlenexposition verbunden sind."
72 Prozent der befragten Mediziner machen sich keine Vorstellung von den hohen Strahlendosen bei der Computertomographie. Die Ärzte, so die Studie, lagen mit ihren Schätzungen weit darunter. Eine konventionelle Röntgenaufnahme des Brustraums belastet den Patienten mit 0,01 Millisievert. Bei einer computertomografischen Aufnahme hingegen können es 10 Millisievert sein: eine 1000-fach höhere Strahlendosis. Zum Vergleich: Die Strahlenbelastung eines Menschen durch natürliche Quellen wie kosmische Strahlung beträgt etwa 2,1 Millisievert pro Jahr.
"Ich denke, diese Faszination, die diese Bilder ausstrahlen, die führt dazu, dass viele der klinisch tätigen Kollegen sich doch im Zweifelsfall eher auf eine solche bildgebende Maßnahme als auf ihr eigenes, ärztliches Gefühl verlassen."
Dabei lassen sich mit anderen Untersuchungsverfahren - ohne Röntgenstrahlen - vielfach genauso gute Ergebnisse erzielen, urteilt der Radiologe. Beispiel: Verdacht auf Lungenembolie. Bei 70 Prozent der Patienten ist das Ergebnis nach einer Computertomographie negativ. Sie wurden nach Ansicht des Arztes quasi "umsonst" den Strahlen ausgesetzt. Ultraschall, Blutuntersuchungen und Elektrokardigraphie hätten eine Diagnose ebenso liefern können - ohne Strahlen.
"Es ist sicherlich für jeden Patienten sinnvoll, wenn er eine initiierte Röntgen- oder Computertomografie-Untersuchung prinzipiell kritisch hinterfragt. Es gibt mittlerweile zahlreiche Verfahren, die man alternativ einsetzen kann, und es schadet niemandem, auch nicht dem Radiologen, wenn dort kritisch nachgefragt wird. Ich denke, dass sind wir allen Patienten schuldig, in dieser Weise vorzugehen. "
In Notfällen hingegen ist die Computertomographie absolut unschlagbar, so der Radiologe. Die Aufnahme dauert nur wenige Sekunden, schon sind die Ärzte im Bilde. Hier - so der Radiologe - sei eine Diskussion um mehr oder weniger Röntgenstrahlen völlig fehl am Platze.
".... wir können jetzt hier erkennen, dass das Kontrastmittel eingespritzt wird. Unter dem Einspritzen werden bereits orientierende Bilder gemacht. Und ist jetzt nach etwa 15 bis 20 Sekunden, nachdem das Kontrastmittel gegeben worden ist, der Fall. Und der gesamte Scan jetzt von Lunge und Bauch geht in einem "Atemstillstand", der hier in diesem Fall 20 Sekunden maximal dauert. "
Was wissen eigentlich Ärzte, die keine radiologische Zusatzausbildung haben, von der Strahlenbelastung solcher Untersuchungsverfahren? Dr. Christoph Heyer vom Institut für Radiologie der Ruhruniversität Bochum fragte nach: Bei 119 Ärzten aus Chirurgie, Innerer Medizin, Anästhesie und Neurologie.
"Ja, wir haben die Kolleginnen und Kollegen mit einem anonymisiert ausgewerteten Fragebogen konfrontiert und haben letztendlich feststellen können, dass es auf Seiten der nichtradiologisch tätigen Kollegen, nämlich derjenigen, die uns ihre Patienten zu den Untersuchungen überweisen, doch zum Teil gravierende Unkenntnis, insbesondere in Hinblick auf die Strahlenexposition von den Untersuchungen vorliegt, die mit einer hohen Strahlenexposition verbunden sind."
72 Prozent der befragten Mediziner machen sich keine Vorstellung von den hohen Strahlendosen bei der Computertomographie. Die Ärzte, so die Studie, lagen mit ihren Schätzungen weit darunter. Eine konventionelle Röntgenaufnahme des Brustraums belastet den Patienten mit 0,01 Millisievert. Bei einer computertomografischen Aufnahme hingegen können es 10 Millisievert sein: eine 1000-fach höhere Strahlendosis. Zum Vergleich: Die Strahlenbelastung eines Menschen durch natürliche Quellen wie kosmische Strahlung beträgt etwa 2,1 Millisievert pro Jahr.
"Ich denke, diese Faszination, die diese Bilder ausstrahlen, die führt dazu, dass viele der klinisch tätigen Kollegen sich doch im Zweifelsfall eher auf eine solche bildgebende Maßnahme als auf ihr eigenes, ärztliches Gefühl verlassen."
Dabei lassen sich mit anderen Untersuchungsverfahren - ohne Röntgenstrahlen - vielfach genauso gute Ergebnisse erzielen, urteilt der Radiologe. Beispiel: Verdacht auf Lungenembolie. Bei 70 Prozent der Patienten ist das Ergebnis nach einer Computertomographie negativ. Sie wurden nach Ansicht des Arztes quasi "umsonst" den Strahlen ausgesetzt. Ultraschall, Blutuntersuchungen und Elektrokardigraphie hätten eine Diagnose ebenso liefern können - ohne Strahlen.
"Es ist sicherlich für jeden Patienten sinnvoll, wenn er eine initiierte Röntgen- oder Computertomografie-Untersuchung prinzipiell kritisch hinterfragt. Es gibt mittlerweile zahlreiche Verfahren, die man alternativ einsetzen kann, und es schadet niemandem, auch nicht dem Radiologen, wenn dort kritisch nachgefragt wird. Ich denke, dass sind wir allen Patienten schuldig, in dieser Weise vorzugehen. "
In Notfällen hingegen ist die Computertomographie absolut unschlagbar, so der Radiologe. Die Aufnahme dauert nur wenige Sekunden, schon sind die Ärzte im Bilde. Hier - so der Radiologe - sei eine Diskussion um mehr oder weniger Röntgenstrahlen völlig fehl am Platze.