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Corona-KonzertBlickkontakt mit dem Bariton

Ein Konzert für die Geschichtsbücher: Inmitten der Pandemie tritt das Swedish Radio Symphony Orchestra vor die Mikros, um die Kultur auch in den schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten. Mit einem kurzfristig organisierten Programm, ohne Publikum und sogar ohne Dirigent.

Am Mikrofon: Marie König | 19.07.2020

Ein Mann steht vor einem Orchester und singt. Ein Stück neben ihm steht eine Frau, spielt Violine und schaut ebenfalls in Richtung des Orchesters.
Dem Orchester statt dem Publikum zugewandt: der Bariton Peter Mattei und die Konzertmeisterin Malin Broman. (Mattias Ahlm/Sveriges Radio)
Als Ende März in ganz Europa die Corona-Pandemie das Leben beherrschte, versammelte sich das Swedish Radio Symphony Orchestra noch zu einem Konzert. Das Publikum saß allerdings nicht in der Konzerthalle, sondern schaute per Livestream zu. Auf der Bühne war zwar das gesamte Orchester, aber auch dort fehlte jemand: der Dirigent. Der junge Klaus Mäkelä, erster Gastdirigent des Orchesters, war für das Programm eigentlich fest eingeplant. Seine Aufgaben übernahm die Konzertmeisterin Malin Broman von ihrer Position aus. Auf dem leer gewordenen Dirigentenplatz stand statt Mäkelä der Bariton Peter Mattei. Wie sonst nie bei Konzerten sang er dem Orchester zugewandt. Die besondere Situation außer- und innerhalb des Konzertsaals erzeugte eine ganz eigene Konzertatmosphäre. Neben Beethovens dritter Symphonie, der "Eroica", sang Mattei mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra Wilhelm Stenhammars "Floris und Blancheflour" und Gustav Mahlers "Ging heut’ morgen über’s Feld" aus dem Zyklus "Lieder eines fahrenden Gesellen".
Wilhelm Stenhammar
Floris und Blancheflour, Op. 3
Gustav Mahler
Ging heut’ morgen über’s Feld, from 'Lieder eines fahrenden Gesellen'
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur, Op. 55 ('Eroica')
Swedish Radio Symphony Orchestra
Malin Broman, Konzertmeisterin
Peter Mattei, Bariton
Aufnahme 20.3.2020 in der Berwaldhallen, Stockholm.