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StartseiteSport AktuellWer zahlt für den Notfallfonds?03.04.2020

Corona und der SportWer zahlt für den Notfallfonds?

Die Corona-Pandemie trifft den Sport hart. Der Deutsche Olympische Sportbund hat bereits einen Solidarfonds aufgelegt - fordert aber auch Unterstützung des Bundes. Sportpolitikerin Dagmar Freitag sieht hingegen auch das Internationale Olympische Komitee in der Pflicht.

Von Andrea Schültke

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Dagmar Freitag (SPD) spricht im Deutschen Bundestag zu den Abgeordneten. Sie steht am Rednerpult und gestikuliert mit beiden Händen. (picture alliance / dpa / Christophe Gateau)
"Wenn staatliche Hilfen gefordert werden, muss auch Transparenz von allen Seiten da sein", sagt Dagmar Freitag (SPD) (picture alliance / dpa / Christophe Gateau)
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Ein Notfallfonds für den Sport mit Steuermitteln, das forderten diese Woche die Spitzenfunktionäre des Deutschen Olympischen Sportbundes. Damit solle der Sport "weiterhin seine zentralen gesellschaftlichen Aufgaben in Deutschland wahrnehmen" und Spitzenleistungen ermöglichen können, so die Forderung.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Bedeutung des Sports für die Gesellschaft ist sich auch Dagmar Freitag bewusst. Die Vorsitzende des Sportausschusses im deutschen Bundestag merkt allerdings an: "Ob es jetzt tatsächlich ausgerechnet zu einem eigenständigen Notfallfonds für den Sport kommen sollte und muss will ich gerne jedenfalls zu diesem Zeitpunkt nochmal offenhalten. Da würde ich mir schon wünschen, dass man gerade innerhalb der großen Sportfamilie die Hilfe zur Selbsthilfe entdeckt."

Deshalb begrüßt es die SPD-Sportpolitikerin auch ausdrücklich, dass der DOSB hier bereits aktiv geworden ist. Mit einer Million Euro aus der Stiftung Deutscher Sport hat der Dachverband einen eigenen Hilfsfonds aufgelegt, verlangt aber nach zusätzlicher Unterstützung durch den Staat.

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Rettungsschirm auch für Vereine offen

Damit steht der Dachverband des deutschen Sports in einer Reihe etwa mit Wirtschaftsunternehmen, Arbeitnehmerverbänden oder Kulturbetrieben und vielen anderen, die durch die aktuelle Situation ihre Existenz bedroht sehen. Aktuell können Sportvereine bereits die Instrumente aus dem Rettungsschirm des Bundes nutzen und für ihre Mitarbeitenden etwa Kurzarbeitergeld beantragen. Darauf weist auch Dagmar Freitag hin.

"Wenn der Dachverband des deutschen Sports um Hilfe ruft, weiß ich nicht, ob immer gleich der Steuerzahler als erster der Adressat sein sollte. Es wäre ja auch mal eine Idee, an den Internationalen Dachverband, nämlich das Internationale Olympische Komitee heranzutreten, wo ja bekanntlich durchaus größere Summen in der Regel auf dem Konto sind."

Das Internationale Olympische Komitee leistet über seinen Solidarfonds regelmäßig Zahlungen an alle ihm angeschlossenen Nationalen Olympischen Komitees. Darunter auch der DOSB. Die Höhe der IOC-Zahlungen wird nicht offengelegt, bzw. ist aus den Jahresrechnungen des Deutschen Sportdachverbandes nicht explizit ersichtlich.

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Forderungen begründen

"Immer dann, wenn man um Hilfe ruft, muss man das natürlich so gut begründen können, dass man aus eigener Kraft diese Hilfe nicht leisten kann. Das verlangen wir ja auch anderen ab", sagt dazu Sportpolitikerin Dagmar Freitag: Wenn es um die Forderungen nach staatlicher Unterstützung des organisierten Sports in der Coronakrise geht, fordert sie auch Offenheit des DOSB, was die olympischen Finanzströme angeht.

"Wenn staatliche Hilfen gefordert werden, muss auch Transparenz von allen Seiten da sein."

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