Samstag, 24. Februar 2024

Recherche
Correctiv-Autor: "AfD ist zur Alternative für Russland geworden"

Die AfD hat sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre zunehmend nach Russland orientiert. Das zeichnet eine Recherche des spendenfinanzierten Mediums Correctiv nach. Die systematische Hinwendung nach Russland werde in Programmen, Anträgen und Reden im Bundestag sowie in Äußerungen vieler AfD-Abgeordneter sichtbar.

22.09.2023
    Ein Teilnehmer der AfD-Kundgebung hält ein Schild in den Farben von Russland mit der deutsch-russischen Aufschrift "Druschba!!! - Freundschaft".
    Einige Anhänger der AfD schätzen die Russland-Orientierung der Partei - wie dieser Teilnehmer einer AfD-Kundgebung in Magdeburg. (picture alliance / dpa / Heiko Rebsch)
    Correctiv zufolge fanden beispielweise in programmatischen Texten vermehrt Kampfbegriffe russischer Nationalisten Eingang - wie der einer "multipolaren Welt" und das Schlagwort "Eurasien". Damit sei in diesem politischen Kontext ein von Russland dominiertes Europa mit einem Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok gemeint, das ein Gegengewicht gegen die angebliche Hegemonie der USA bilde. Damit sei die AfD zur "Alternative für Russland" geworden.

    "Wer AfD wählt, wählt ein Deutschland unter russischer Dominanz"

    Diese Russland-Orientierung sei deshalb bemerkenswert, weil sie in der Bundesrepublik in ihrer Entwicklung einmalig sei, sagte Correctiv-Autor Marcus Bensmann im Deutschlandfunk. Die Grünen etwa hätten bei ihrer Gründung noch einen NATO-Austritt gefordert, mit Übernahme von Regierungsverantwortung aber hätten sie sich immer mehr an das westliche Militärbündnis angebunden.
    Bei der AfD sei mit dem Einzug in die Parlamente das Gegenteil passiert, meinte Bensmann. Die Partei, die sich bis heute als bürgerlich beschreibe, habe sich immer mehr von der Westbindung abgekehrt, die der BRD jahrzehntelang Frieden und Wohlstand gebracht habe. Der Autor betonte: "Wer AfD wählt, wählt ein Deutschland und Europa unter russischer Dominanz".
    Diese Nachricht wurde am 22.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.