"Interview der Woche"
CSU-Chef Söder: Umgang mit AfD "schwieriger als gedacht"

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Söder sieht die Regierungskoalition von Union und SPD zum Erfolg gezwungen. Eine Minderheitsregierung sei keine Lösung, sagte Söder im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Den Umgang mit der AfD bezeichnete er als "schwieriger als gedacht".

    Markus Söder steht im dunklen Anzug auf einer Bühne vor einem leuchtend blauen Hintergrund.
    Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern (Archivbild). (imago / steinsiek.ch / Luka Kolanovic)
    Eine Minderheitsregierung könne nichts im Parlament entscheiden. Das Ergebnis könnten Neuwahlen mit einem noch schwächeren demokratischen Votum sein. Die AfD habe kein Interesse, eine sinnvolle Politik zu machen. Sie wolle letztlich die Union stürzen, meinte Söder. Deshalb müssten die demokratischen Parteien eine klare Haltung zeigen und in der Lage sein, Kompromisse zu finden.
    Der CSU-Vorsitzende räumte Probleme in der Koalition ein. Öffentliches Streiten bringe aber nichts, man müsse miteinander reden. Zugleich betonte Söder, dass Union und SPD bereits zahlreiche Vorhaben umgesetzt hätten. Nun gehe es darum, ein sehr großes Reformpaket zu beschließen für die Bereiche Rente, Steuern und Arbeitsmarkt. Sollte dies gelingen, rechnet Söder mit einer steigenden Akzeptanz der Regierungsarbeit.

    "Zusammenarbeit mit AfD würde Union spalten"

    Zum Umgang mit der AfD sagte Söder, dieser sei schwieriger als gedacht. Er habe gehofft, dass die Veränderung der Migrationspolitik, der Rückgang der Asylbewerberzahlen sowie die Erhöhung der Abschiebezahlen einen Unterschied machten. Doch offenbar reiche dies nicht aus, so Söder. "Scheinbar ist es verfestigter, als man denkt."
    In Richtung derjenigen in der Union, die eine Koalition mit der AfD ins Spiel bringen, appellierte Söder: „Jeder, der glaubt, mit der AfD wird es leichter, der wird erleben, dass sich die Union spalten würde. Sie wird am Ende damit nur noch eine Rumpftruppe werden, weil ein ganz großer Teil sich da nicht wiederfindet.“
    Diese Nachricht wurde am 22.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.