Forschung
Dänischer Meeresbiologe nennt Rettungsaktion für Buckelwal "Tierquälerei und Geldverschwendung"

Der Meeresbiologe Peter T. Madsen von der dänischen Universität Aarhus hat die Rettungsaktion für den Buckelwal kritisiert. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte der Walforscher, wenn das Tier die Fahrt im Lastkahn überleben sollte, werde es bald wieder stranden und dann verenden.

    Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal in dem für seinen Transport vorgesehenen Lastkahn.
    Ein Lastkahn transportiert den Wal zur offenen See. (Stefan Sauer / dpa / Stefan Sauer)
    An einem Wal mit Gurten zu ziehen, nannte Madsen eine ”unglaublich schlechte Idee”. Die Wirbelsäule sei nicht dafür ausgelegt. Er glaube die nicht, dass es sich um ein gesundes Tier handele, das zufällig in ein Gebiet mit zu viel Süßwasser geraten sei. Es sei vielmehr gestrandet, um nicht zu ertrinken. "Es hat einen Ort zum Ausruhen gesucht, wo es atmen kann, ohne schwimmen zu müssen."
    Der Forscher geht davon aus, dass der Buckelwal nicht im offenen Meer überleben kann. Die Rettungsaktion sei "Tierquälerei und Geldverschwendung".

    Wal wird Richtung Nordsee gezogen

    Der rund zwölf Meter lange und etwa zwölf Tonnen schwere Meeressäuger hatte vier Wochen lang in einer Bucht vor der Ostseeinsel Poel festgesteckt. Am Dienstag war es einer privaten Initiative gelungen, das Tier in eine sogenannte Barge zu bugsieren. Das mit Wasser gefüllte Lastschiff ist aktuell auf dem Weg in Richtung Nordsee.
    Diese Nachricht wurde am 29.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.